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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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jagend stiess er plötzlich auf die Garibaldiner; es gelang ihmschnell, sein Pferd herumzureissen und ganz dicht längs einer, amNordende des Dorfs befindlichen Hecke, die inzwischen von feind-lichen, mit zahlreichen kleinen Fähnchen versehenen Schützen be-setzt worden war, vorbeizureiten, trotzdem sein Pferd von mehrerenKugeln getroffen war. Da es ihm daran lag, nicht unverrichteterSache zu seinem Kommandeur zurückzukehren, wandte er sich imweiten Bogen um das Nordende des Dorfes herum und nähertesich diesem Theile aus östlicher Richtung wieder, stiess auf die11. Kompagnie und brachte, einer Aufforderung des LieutenantsRaschke entsprechend, eine Anzahl Mannschaften derselben, die sichweiter rückwärts hinter Hopfenstangen eingenistet hatten, in die Feuer-linie vor. Hierbei brach sein Pferd, von neuen Kugeln getroffen,unter ihm zusammen. Zu Fuss begab er sich nun zu LieutenantRaschke, dessen Schützenlinie (5. und 6. Zug) aus ihrer Stellung100 Schritt vom Dorfe, die Fenster der Häuser, in denen sich dieGaribaldiner eingenistet hatten und ihr empfindliche Verluste beifügten,unter Feuer nahm. Wenngleich den beiden jungen Offizieren dieSchwierigkeit ihrer Lage gegenüber der nicht zu bezweifelnden be-deutenden Ueberlegenheit des Feindes völlig klar war, so waren siedoch in dem Entschluss einig, nicht zurückzugehen. Von dem Verbleibender 9. Kompagnie war ihnen nichts bekannt; während sie dieMassregeln, sich mit ihr in Verbindung zu setzen, besprachen, er-blickten sie Hauptmann Baudach auf einer kleinen, nordöstlichnahe am Dorfe gelegenen Anhöhe, wohin er sich, um Uebersicht zugewinnen, begeben hatte. Während sich die Offiziere ihm näherten,um die weiteren Massnahmen zu besprechen, wurde LieutenantRaschke durch 5 Kugeln todt niedergestreckt. Lieutenant Rasmus,her jüngste, allein noch unversehrt gebliebene Offizier der 11. Kom-pagnie, übernahm den Befehl über sie, Portepee-Fähnrich Lisacküber den Schützenzug. Lieutenant Hesse überbrachte dem Haupt-mann Baudach den Befehl zum Abbrechen des Gefechtes; Letzterererklärte dies zur Zeit für unausführbar, er beauftragte vielmehr denAdjutanten, den Bataillons-Kommandeur um Unterstützung zu bitten;bis zum Eintreffen von dessen Entscheidung würde er mit den beidenKompagnien die Stellung zu behaupten suchen. Lieutenant Hessemachte sich zu Fuss durch den aufgeweichten Lehmboden auf denWeg zur grossen Strasse.

Es war 3 Uhr geworden; J ) aus der Richtung von Dijonschallte deutlich Kanonendonner herüber. Da ereignete sich etwas

J ) Berichte der 9. und 11. Kompagnie.