284
auch Conta in Messigny den Schlüssel der feindlichen Stellungerkannt hatte, so selbstverständlich musste er vor dem Entschlusszum Angriff die einfache Erwägung vornehmen, dass jeder Versuchauf Messigny, ja selbst die Einnahme dieses Dorfes — wollte ernicht seine ganze Bagage u. s. w. preisgeben — ergebnislos seinwürde, sobald die in seiner Seite stehenden feindlichen Truppensich Savignys bemächtigten ; daran konnten sie selbst durch die amSüdrand des Bois deNorges stehende 12. Kompagnie nicht gehindertwerden. Waren diese Truppen wirklich zu einer solchen Bewegungbefähigt, so musste Conta sich ihrer zunächst entledigen, wobei ihmfür den Fall eines Vorstosses von Messigny auf Savigny immer derRückzug auf Thil Chätel frei blieb. Um über die Verhältnisse beiNorges völlige Klarheit zu schaffen, musste die Schwadron besserverwendet werden, als es geschehen ist. Wenn sie in dem für eineverdeckte Bewegung höchst geeigneten hügeligen Gelände überCle'nay gegen den Rücken von Bretigny vorgegangen und kräftigangeprellt wäre, so würde sich sicher herausgestellt haben, ob hierfeindliche Truppen standen oder ob die beobachteten Massen sichnicht bloss als Landbewohner in Blusen, die als neugierige Zu-schauer der sich entwickelnden Dinge zusammengelaufen waren,herausstellten oder ob die Meldungen der Dragonerstreifen nichtetwa nur auf absichtlich übertriebenen oder gar falschen Aussagenvon Landeseinwohnern beruhten. Die Annahme ist durchaus vonder Hand zu weisen, dass in allen französischen Darstellungen dieBesetzung von Norges und Bretigny durch starke Kräfte absichtlichoder versehentlich unerwähnt geblieben wäre, während doch z. B.die Kompagnie Mobilises du Jura in Bois de St. Jean ausdrücklichangeführt worden ist. Wir sind durch unsere Untersuchungen zuder Ueberzeugung gekommen, dass, vielleicht abgesehen von ver-einzelten Franktireurs, weder Norges noch Bretigny durch französischeTruppentheile, am wenigsten durch starke, besetzt gewesen sind.Dies hätte festgestellt werden können und müssen, wenn die Reitereiihre volle Schuldigkeit gethan hätte; ob es an der erforderlichenAnweisung seitens des Majors v. Conta über die einzuschlagendenMittel und Wege, oder an dem schneidigen Herangehen der Streifengefehlt hat, bleibe dahingestellt. Major v. Conta spricht derSchwadron in seinem Gefechtsberichte in Betreff ihres Streifen-dienstes das höchste Loh aus; es kommt aber nicht in ersterLinie auf „frühzeitige und zahlreiche“ Meldungen, sondern daraufan, dass diese unbedingt zuverlässig sind. Und dies war hier nichtder Fall: die Meldungen von der Besetzung der Wälder westlich