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den Feind sich zurückziehen sah,“ sagt Theyras, 1 ) „war darüber insolchem Masse erstauut, dass sie Alles glaubte, was man wollte,und begrüsste Garibaldi als ihren Better.“ Die Pferde wurden ihmausgespannt und sein Wagen von der Menge unter lautem Jubelin die Stadt gezogen. 2 )
„Es wäre leicht gewesen, die numerische Schwäche desAngreifers zu errathen,“ sagt Perrot in seinem Bericht, 3 ) „es wärefür General Garibaldi leicht gewesen, da er über frische Truppenin hinreichend grosser Zahl verfügte, den General Kettler auf seinemKückzuge zu beunruhigen. Er that es nicht.“ Darüber sprach auchOommandant Garnier seine höchste Verwunderung aus, nachdemer von seinem sicheren Ausguck auf der Höhe von Fontaine demGefechte zugesebaut und nach Beendigung desselben einen Abend-spazierritt nach dem Schlachtfelde gemacht hatte. 4 )
Das Vorposten- und Bückzugsgefecht, in welchem preussischer-seits im Ganzen 5 nicht vollzählige Kompagnien, höchstens 1000Mann, auf der ganzen Linie von Plombieres bis Daix zur Thätigkeitgekommen waren, hielten die Franzosen für einen grossen errungenenErfolg; wenigstens beeiferte sich Bordone angesichts der vielfachenAnfechtungen der letzten Zeit seitens des Kriegs-Ministeriums, esdafür auszugeben. Garibaldi telegraphirte nach Bordeaux:
„Heute weniger ernstlicher Kampf als gestern, aber ent-scheidender, da er den Feind zu einem völligen Bückzug zwang-Er wird heute Abend durch unsere Franktireurs verfolgt.“ (?)
Bordone setzte hinzu:
.... „Um 4 Uhr war der Feind überall in ungeordneterTiucht, wie gewöhnlich im Zurückgehen durch ein sich immer mehrabschwächendes Geschützfeuer gedeckt. Wenn wir hinreichendeBeiterei gehabt hätten, so hätte ihnen heute wie gestern eine grosseMenge Gefangener abgenommen werden können .... Um 6Vs frühbegannen unsere Vorposten das Feuer; um 8 Uhr Abends (?) hattenwir sie aus ihren drei befestigten (?) Stellungen binausgeworfenund aus den Dörfern Plombieres, Daix und Hauteville verjagt“ .. . 5 )
Die Wirkung dieser angeblichen Niederlage auf die Preussenwurde von Bordone sehr überschätzt. „Dieser Tag, wenngleich fürunsere Waffen weniger ermüdend und weniger glänzend wie dergestrige, hatte indessen auf den Feind eine weit grössere Wirkungausgeübt; man sah, dass er demoralisirt war und dass seine Truppennicht mehr mit derselben Erbitterung standen und doch hatten wir
0 Th. 575. — 2 ) Dor. 353. - 3 ) Per. II. 148. — 4 ) Ga. 250. —U Bo. 334.