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links gehalten. Lieutenant Schreiber besetzte nun mit seinen beidenZügen den äussersten linken Flügel der langen südlichen Parkmauer,rechts an ihn schloss sich der 1. Zug, hinter welchem v. Woldeck denSchützenzug (Lieutenant Wegner) zunächst noch als Rückhaltgeschlossen behielt, llie Stellung war hier sehr günstig, da dieParkmauer auch an dieser Stelle von den Franzosen mit Schartenversehen war. Hier entspann sich ebenfalls ein lebhaftes Feuer-gefecht. 1 ) Hauptmann Obuch war mit 2 Zügen der 3. Kompagniewährend des Vorgehens des I. Bataillons der Feuerlinie geschlossenauf einige hundert Schritte gefolgt, hatte das Schloss erreicht undim Schlosshof eine Rückhaltstellung eingenommen, zu der sichbald darauf die von Ruffey eingetroffene 4. Kompagnie gesellte.Das halbe II./21 unter Major v. Kornatzki, welches dem I. alsRückhalt zugewiesen war, hatte bei Einnahme von Pouilly dieParkmauer erreicht und sich an der Nordostecke an dem nachder Römerstrasse hinüberführenden Graben aufgestellt, mit demAuftrag, zur Deckung der von St. Apollinaire noch immer bedrohtenlinken Seite sich bereit zu halten. —
Die verhältnissmässig leichte Besitzergreifung der starkenStellung von Pouilly war von schwerwiegendem Einfluss auf GeneralKettlers Entschlüsse. Mehr ein Mann rücksichtsloser That alskühler Erwägung bewog ihn dieser rasche, ohne allzu bedeutendeVerluste erkaufte Erfolg, die Erfahrungen des 21. Januars inBetreff der Stärke der feindlichen Streitkräfte ausser Augen zuassen; er bestärkte ihn vielmehr noch in der irrigen Annahme,.dass der Feind im Abzüge aus Dijon begriffen wäre und liess dievorgerückte Tageszeit und die Unwahrscheinlichkeit, bis zum Ein-bruch der Nacht noch einen vollen Erfolg zu erringen, ganz ver-gessen. „Im nun erfolgenden Vorgehen auf Dijon,“ so heisst es'im Kriegs-Tagebuch der 8. Iufanterie-Brigade, 2 ) „war der Wider-stand des Feindes bis Linie Pouilly-Epirey Ferme, welche um 3 Uhr(richtiger nach 322 A. A. d. V.) sich in diesseitigem Besitz befand,gering und liess nicht auf eine ernsthafte Vertheidigung von Dijonschliessen. Es wurde daher die Rekognoszirung weiter ausgedehnt.“Während des Kampfes in und um Pouilly hatte die franzö-sische Artillerie sich mit Erwiderung des Feuers der preussischenBatterien begnügen müssen, da das Handgemenge, in dem sichzeitweise die beiderseitigen Infanterien mit einander befanden, eineweitergehende Einwirkung verbot, um nicht Freund und Feindgleichzeitig zu treffen. Sobald es sich aber zeigte, dass Pouilly
J ) Sch. 394, 395. — 2 ) Kr. A. K. I. 15.