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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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nach Schloss Pouilly hinüberführenden Allee. 1 ) Premier-LieutenantKrahn hatte den besonderen Auftrag,lediglich gegen die Fabrikzu wirken. Der starke Pulverdampf jedoch, welcher letztere um-lagerte, sowie der Umstand, dass der untere Theil derselben durcheine vorliegende Bodenwelle verdeckt war, verhinderten die Be-obachtung der Wirkung jener beiden Geschütze fast vollständig.Auch mögen diese aus Besorgniss, die eigenen Abtheilungen in dervorderen Linie zu treffen, zu hoch geschossen haben. Jedenfallsblieb das Etablissement von den Granaten verschont und entwickeltebis zum Schluss des Gefechts .... eine ausserordentliche Feuer-wirkung und Widerstandsfähigkeit. 2 ) Die schwere Batterie feuerteauf etwa 3000 Schritt in die Stadt hinein, wobei sie, ebenso wiedie leichte, meistentheils in heftigem Kleingewehrfeuer aus derFabrik und ihrer Umgebung her stand. Der Zug des Premier-Lieutenants Krahn bemerkte gleich anfangs zwei seitwärts derFabrik auf der Strasse aufgefahrene Gebirgskanonen (des ChefdEscadron Wytz). 3 ) Kicciotti hatte ihnen eben zugerufen, siesollten dort nicht stehen bleiben, sie würden weggefegt werden.Dazu sind wir ja da! antwortete ihm ein Kanonier. 4 ) Nachdemsie nur wenige Schuss abgegeben, wurden sie von Lieutenant KrahnsZuge zusammengeschossen und verloren 13 Mann und 8 Pferde. 1 ')Sie schwiegen, die Bedienungsmannschaften verliessen die be-schädigten Geschütze.Aufklärungsreiter stiegen ab und brachtenmit Hilfe einiger geschickter Franktireurs die verlassenen Kanonenwieder in Batterie; einen Augenblick begann das Feuer von Neuem ;aber die Geschosse des Feindes sprengten den letzten Protz-kasten in die Luft; unsere muthigen Kanoniere sahen sich ge-zwungen, den Kampf aufzugeben und gingen unter Mitnahme derbeschädigten Kanonen zurück. 6 ) Lieutenant Krahn richtete alsdannsein Feuer wieder gegen das Gehöft: eine Granate schlug nachfranzösischen Angaben durch die Mauer und erforderte mehrereOpfer, einige andere zersprangen, ohne viel Schaden anzurichten.Bald wurde sein Feuer durch die Verstärkung des französischen

i) Kr. A. II. 10. 2) Sch. 30(5. - 3 ) Mi. 185. 4 ) I). V. 192. 5 ) Ja.II. 180. °) T. 94. Dieser Artilleriekampf ist von Morin (M. 5) anscheinendmit dem vor der Einnahme von Pouilly sich abspielenden Gefecht einesZuges der Batterie Senne verwechselt oder identinzirt worden. Nach dergenauen Angabe anderer Scliriftsteller über den Zeitpunkt und die Oert-liclikeit der Stellung der Geschütze beim ersten Kampfe an der vonder Strasse nach Langres zum Schloss führenden Allee, beim zweiten'aut der Strasse selbst hinter der ITsine Bargy dürfte es nicht zu be-zweifeln sein, dass zwei derartige, in ihrem Verlauf einander ähnlicheGeschützkämpfe am 23. stattgefunden haben.