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Geschützfeuers abgelenkt. Michard berichtet, 1 ) dass die Marine-Artilleristen von Talant und Fontaine auf den das Gefechtsfeldbeherrschenden Höhen (von Apollinaire, Montmusard?) einge-troffen wären, vermuthlich zur Bedienung der mit der Eisenbahnangelangten schweren Zwölfpfünder. Jedenfalls hatten diepreussischen Batterien in dem sich von mehreren Seiten kreuzendenFeuer der schweren feindlichen Kaliber einen harten Stand; dieHauptleute Bhades und Ostermeyer erwehrten sich mit Kaltblütigkeitihrer Gegner, beschossen vorzugsweise die Batterie bei St. Martinund warfen Granaten in die Stadt, vermochten aber zur Vor-bereitung der Thätigkeit der Infanterie wenig auszurichten, da sieimmer auf Schonung des Schiessbedarfs bedacht waren, auf dessenErsatz sie vorläufig nicht rechnen konnten.
Das Vordringen der Einundzwanziger fand bald seine Grenzein Gegenmassregeln des Feindes. Garibaldi befahl dem HauptmannSennö, der, wie oben geschildert, nach der Verammelung amEingang zur Vorstadt St. Nicolas, zurückgegangen war, Geschützeauf der alten Römerstrasse, welche sich gleichlaufend mit derStrasse nach Langres östlich hinzieht, vorzusenden. Der hierzubestimmte 2. Zug unter Lieutenant Prou beschoss die östlich derFabrik Bargy im Vorgehen begriffenen Züge des I. und F./21 aufetwa 300 m wirksam mit Kartätschen und wurde bald von dem1. Zuge unterstützt, den Capitaine Senne persönlich heranführte. 2 )Trotz dieses fortgesetzten Kartätschfeuers auf kurze Entfernungblieb die preussische Infanterie noch immer im Vorgehen und diein sie hineingerissenen Lücken schlossen sich immer wieder. 3 )Erst das Vorrücken der Bataillone der Legion Isere von den Höhenvon St. Apollinaire gegen ihre linke Seite brachte die Angriffs-bewegung auf der Ostseite der grossen Strasse zum Stehen unddie einzelnen Züge warfen sich, etwa 280 Schritt von der Fabrikentfernt, flach auf den Boden nieder. 4 ) Nach verschiedenen fran-zösischen Schriftstellern soll diese Wirkung durch einen Angriffder Schwadron 3. IIusaren-Regiments unter Capitaine Bayard her-vorgebracht worden sein, welche 5 ) auf Garibaldis Befehl, der zu-gleich das Einstellen des Feuers Sennes anordnete, aus der Strassen-barrikade sich entwickelte, die preussische Infanterie in der linkenSeite fasste, „mit ungewöhnlichem Schneid (ardeur) niedersäbelte“und sie zwang, sich auf ihre Mitte zurückzuziehen. Von diesem
0 „Illustration“, 1879, No. 1879. — 2 ) Nach L. H. 138 wurde diefranzösische Artillerie östlich der Strasse von Langres durch zwei G-ebirgs-Batterien verstärkt. — 3 ) LdE. P. 27. — i j Sch. 396, Bo. 342. — 6 ) NachLdE. P. 27.