369
angeblichen Reiterangriff ist weder an dieser noch an einer anderenStelle, weder zu dieser noch zu einer anderen Zeit, in irgend einemder dienstlichen preussischen Berichte, sowie nach keiner einzigenMittheilung von Augenzeugen auch nur das Geringste- erwähnt.Dadurch ist nicht ausgeschlossen, dass eine Vorwärtsbewe-gung der Schwadron aus Dijon stattgefunden haben kann; esdarf aber mit Bestimmtheit behauptet werden, dass sie preussischer-seits nicht einmal bemerkt worden ist, mithin noch viel wenigerEinfluss auf das Stocken des Angriffs gehabt haben kann.
Während dieser Vorgänge östlich der Strasse waren auchdie auf und westlich derselben vorgehenden Züge mit ausserordent-lich heftigem und zum Theil gut gezieltem Schnellfeuer über-schüttet worden. Dieses ging von den Truppen der 4. Brigadeaus, welche in und seitwärts der Fabrik, in den Strassengräbenund Falten des Geländes, sowie hinter künstlichen, durch herbei-geschaffte Knochenkohlesäcke hergestellten Deckungen eingenistetwareu und die Ricciotti, als er sie einen Augenblick schwankensah, verstärkt hatte. 1 ) Zur Aufnahme der vom Bahndamm zurück-geworfenen Enfants perdus und des III. Bataillons 3. Legion Saöne-et-Loire hatte Ricciotti sofort einen Ausfall aus der Fabrik machenlassen. „Commandant Rostaing der Francs-tireurs de l’Isere leiteteihn und rief Freiwillige vor. Sein Zweck war, die feindlichenSchützen, welche die Mobilisirten zurückwarfen, vertreiben zu helfen.Vergebens versuchte Commandant Rostaing die Mobilisirten in ihremRückzuge aufzuhalten; er musste sich zurückziehen, um ein zweitesMal mit Mannschaften der verschiedenen Korps der Brigade heraus-zukommen, wobei es ihm gelang, mit dem Bajonnet die feindlichenSchützen, welche in den Gräben der Strasse von Langres und hinterden sie einsäumenden Bäumen vorgingen, zurückzutreiben. Diesergünstige Ausfall hinterliess einige Todte im Vorgeläude und ei»Dutzend Zündnadelgewehre wurden in die Fabrik zurückgebracht.“ 2 )„Ich habe mir vergebliche Mühe gegeben,“ bemerkt Rostaing ineinem Briefe, 3 ) „einige der Mobilisirten in den Fabrikhof hinein-zubringen.“
Während durch diesen Ausfall und das Schnellfeuer aus derFabrik die nördlich gegen dieselbe vorgehenden preussischenSchützen zum Stehen gebracht waren, trat den weiter westlich, vomDamme aus vorstürmenden in dem II. Bataillon der 4. Legion Saöne-et-Loire unter Commandant Carre ein neuer Feind entgegen. Dieswar das Bataillon, welches, wie oben erwähnt, von Pellissier von
1) T. 96. — 2 ) LdE. I)r. — 3 ) LdE. P. 25, Anm.
24