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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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versehenen Offizier erkannt haben will, so muss es entweder nochziemlich hell, also früh am Tage gewesen sein, oder die Angreifersind sehr dicht an die Fabrik herangekommen. Für erstereAnnahme spricht auch die Thatsache, dass Lieutenant Gladisch vondem südlichen Theil der Lehmgrube aus auf eine Entfernung vonetwa 100 Schritt deutlich die Yerwundnng des Premier-LieutenantsWeise, das Niedersinken und WiederaufSattern der Fahne hatbeobachten können. Bei um 4 22 untergehender Sonne wird trotz dertrüben Witterung die Dämmerung um 512 noch nicht so starkgewesen sein, dass man nicht noch hundert Schritt weit hättesehen können; andererseits brach aber dann die Dunkelheit immerschneller herein und wurde durch den in Folge des Schnellfeuersaus der Fabrik entstehenden Pulverdampf so vergrössert, dass manbald nicht mehr viel sehen und nichts deutlich erkennen konnte.Wir glauben demnach den Angriff der 5. Kompagnie, der sich inwenigen Minuten abgespielt haben muss, auf 512 annehmen zumüssen.

Premier-Lieutenant Luchs gedachte den Angriff der 5. Kom-pagnie durch lebhaftes, gegen die Fabrik gerichtetes Feuer dersehr durcheinander gemischten Abtheilungen der 6. und 7. zuunterstützen und zog sie nach dem südöstlichen Ende der Lehm-grube zusamnen, da zur Zeit das feindliche Feuer von St. Martinund Fontaine her nachgelassen hatte. Er gab Befehl, die Fensterder Fabrik unter Feuer zu nehmen. 1 ) Aber dasselbe hatte kaumbegonnen, als das Salvenfeuer eines Bataillons der 3. Legion(Charolles) Mobilises de Saöne-et-I.oire 2 ) von St. Martin aus gegenihre rechte Seite so überhand nahm, dass die Musketiere zumgrössten Theil die Front nach Süden nehmen mussten, zumal Gefechts-streifen gleichzeitig das Vorgehen feindlicher Abtheilungen aus dieserRichtung meldeten.

Auch hatte man in der Grube lebhaftes Feuern und Hurrah-rufen im Rücken vernommen. Es rührte vom Zuge des LieutenantsSchau her, welcher, bis auf wenige Mann zusammengeschmolzenund aus Mangel an Schiessbedarf nur sparsam feuernd, von den

0 Die nachfolgende Darstellung folgt grösstentheils dem vomGen. Kdo. II. A. K. auf Grund der Berichte der Truppen und Offiziere,sowie der gerichtlichen Vernehmungen der überlebenden Mannschaftenaufgestellten.Sachverhalt, betreffend den Verlust der Bahne des II. Ba-taillons No. 61, etc. vom26. Mai 1871 in Kr. A. K. II. 2. Es ist demVerfasser nicht möglich gewesen, den Aufenthaltsort der im Kriegs-Archiv des Grossen Generalstabs nicht vorhandenen gerichtlichen Ver-nehmungen ausfindig zu machen, um persönlich davon Einsicht nehmenzu können. SieheSkizze zum Angriff des II. Bat. 3 ) LdE. E. 28.