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masse in geschlossenen Reihen aus der Lehmgrube vor-kommt. Eine den linken Flügel bildende Kompagnie sucht dieStrasse nach Dijon zu gewinnen, indem sie längs des „Köhlerweges“vorgeht. Jetzt überschreitet die Hauptkolonne den „Buchenweg“und kommt mit entrollter Fahne auf das Feld Gdrard, 50 mvon der Fabrik.“ 1 ) „Die deutschen Soldaten machen“, sagt Tappaz, 2 )„das Gewehr in der Rechten, grosse Schritte, wie Menschen,die es eilig haben, um die Fabrik herumzukommen, aber mitso wenig Vorsicht, dass es augenscheinlich ist, dieselben habenkeine Ahnung von der Gefahr, welche ihnen droht; derpreussische Führer würde sicher, wenn er den geringsten Zweifelgehabt hätte, einige Leute als Kundschafter vorausgeschickt haben,
anstatt seine Fahne einer Gefahr auszusetzen. 3 ) Die
Vertheidiger der Fabrik, das Gewehr an der Schulter, den Fingeram Abzug, erwarten nur das Kommando, um das Feuer zu be-ginnen. Man lässt den Feind auf ungefähr 80 m herankommenals plötzlich eine schreckliche Salve ertönt und sich von da ab einnach Gutdünken, aber mit Schnelligkeit und Genauigkeit abgegebenesFeuer anschliesst; kein Schuss wird abgegeben, ohne dass auf einenMenschen in der Kolonne gezielt wird; das Kleingewehrfeuer rasseltmit Wuth, es ist so stark und unaufhörlich, dass man schwörenmöchte, das schreckliche Wirbeln von hundert Trommeln zu hören-Es offenbart sich der in unserem Herzen sitzende Hass gegen dieFeinde des Vaterlandes und, sagen wir es nur, es sieht ein Jeder
') Diese Beobachtungen stimmen mit der vorstehenden deutschenDarstellung überein: man gewinnt aus beiden den Eindruck, als obPremier - Lieutenant Weise mit einem Theil der Kompagnie aus demleicht zugänglichen Nordende der Grube schnell gegen (len „Köhlerweg“vorgebrochen ist, um von dort aus die vielleicht bemerkte Hinterpforteoder den an der Strasse vermutheten Haupteingang zu gewinnen, währenddie wenige Sekunden später über die steilen Bänder emporkletterndenübrigen Theile der Kompagnie mit der Pahnensektion und FeldwebelHochleitner mit halbrechts direkt gegen die Fabrik vorgestürmt sind.
Nach Premier - Lieutenants Luchs Bericht handelte es sich über-haupt nicht um einen Sturmversuch, sondern: „es avancirte . . . jetzt die5. Kompagnie mit der Fahne, um nördlich des Fabrikgebäudeseine Diversion gegen den Feind zu machen.“ Er erwähnt im Verfolghei Erklärung des Verlustes der Fahne, dass, während die mit ihr gegendie Fabrik vorstürmende Abtheilung durch das feindliche Feuer auf-geriehen wurde, „ d i e Nachfolgenden die Umgeh nng voll-führten.“ Auch Tappaz („Eclair“ 1896), der in seinem Bericht sichtlichvielfach der Darstellung Ledeuils folgt, redet vom Vorgehen zweierKolonnen, von denen die des linken Flügels schnell die Strasse nachDijon wiederzugewinnen versuchte, während die andere, an ihrer Spitzedie Fahne, schnell nach rechts ausbog und eine Umgehung vorzuhabenschien, um die Fabrik einzuschliessen und den Bückzug- ihrer Vertheidigerabzuschneiden. — 2 ) Im „Eclair“ 1896. — s ) Premier-Lieutenant Weise sollin Folge seiner Kurzsichtigkeit das Mitgehen der Pahnensektion völligübersehen haben.