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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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diese kriegerische Begierde zu Schanden; ihr Muth gestaltet denKampf nur mörderischer; diejenigen, welche hinter dem Dammegehlieben sind, stürzen vergebens zur Unterstützung ihrer Kameradenvor, aber in dem Masse, wie sie Vorgehen, so fallen sie, sowerden sie niedergeschmettert. Hiermit dürfte das allmählicheVordringen der einzelnen Bestandtheile der 5. Kompagnie aus derLehmgrube gekennzeichnet sein.

Als sich die Dunkelheit mehr herabsenkte, kehrten die wenigenam Leben gebliebenen Mannschaften, mit ihnen Feldwebel Hoch-leitner, allmählich nach der Grube zurück, andere wichen nach demEisenbahndamm aus.Die Preussen begannen zu stutzen, zu er-matten, sagt Bizzoni, 1 ) . . . sie weichen langsam und erwidernzunächst das Feuer. Dormoy lässt wieder seiner Einbildungskraftdie Zügel schiessen: 2 )Die Kolonne schwankte wie ein Getreide-feld unter einem Windstoss. Weder der Säbel der (todten ? A. d. V.)Offiziere noch die Strippe der Sergeanten hielt sie auf ihrenPlätzen zurück. Eine Lehmgrube öffnete sich 20 m hinter ihnen.Offiziere (?) und Soldaten warfen sich durch einander hinein undHessen ihre Fahne im Schmutz zwischen der Fabrik und derGrube . . . Indessen muss man seinem Feinde Gerechtigkeitwiderfahren lassen. Sehr schnell erholten sich die Pommern vonihrer Ueberraschung und von allen ihren Bändern her blitzte dieLehmgrube von ihren Schüssen auf.

Erst jetzt wurde man dort auf das Fehlen der Fahne auf-merksam. Anordnungen, welche getroffen wurden, sie wieder auf-zufinden, blieben jedoch ohne Ergebniss. Ueber die besonderen,mit dem Verlust des Feldzeichens verbundenen Umstände ver-handeln wir in einem späteren, eigenen Abschnitte.

Die 6. und 7. Kompagnie hatten das Missgeschick der 5.nicht abzuwenden vermocht. Es ist oben erwähnt worden,dass die Trümmer dieser Kompagnien auf Befehl des Premier-Lieutenants Luchs zur Unterstützung des Angriffs der 5. Kom-pagnie die Fenster der Fabrik unter Feuer genommen hatten,aber schon nach wenigen Schüssen zum grössten Theil ihreStellung wechseln und ihre Aufmerksamkeit gegen St. Martinrichten mussten. Nur ein geringer Theil unter Lieutenant Gladischwar am Ostrande der Grube liegen geblieben und hatte das Feuergegen die Fabrik fortgesetzt. Lieutenant Gladisch hatte hierbeiden Ansturm des Premier-Lieutenants Weise und seine Verwundung

i) Mar. 245. 2) D. V. 196.