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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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stossen, unvermuthet in umfassendes starkes Geschützfeuer gerathensei und, da inzwischen die Dunkelheit hereingebrochen, von weiteremVorgehen Abstand genommen habe. 4 ) In seinem Bericht vom5. Februar 2 ) fügte er hinzu, dass unter diesen Umständen bei derfeindlichen Ueberlegenheit an Infanterie und Artillerieein weiteresForciren nur mit enormen Verlusten möglich gewesen wäre. Erentschloss sich nunmehr, um 512 A., was er schon 1 1 /' a Stundenfrüher hätte thun sollen, das aussichtslose Gefecht abzubrechen. 3 )

Schreiber erzählt 4 ), dass der Brigade - Adjutant, Premier-Lieutenant v. Oertzen, und der Adjutant des 21. Regiments, Lieu-tenant Werckmeister, in heftigem Feuer die Gefechtslinie entlanggeritten wären, um den Truppentheilen den vorläufigen Sammel-punkt südlich (?) Pouilly anzuweisen. Gleichzeitig liess der Generalzur Benachrichtigung der nach den Seiten zu entsandten Abtheilungendas Signal:Das Ganze sammeln! geben, welches auf der ganzenLinie verbreitet wurde. 5 )

Dem Major v. Erckert war zu Pouilly der Befehl zum Ab-brechen des Gefechts bereits zugegangen, als er durch Oberst-Lieutenant Weyrach auf eine neue stärkere Bedrohung seines linkenFlügels aufmerksam gemacht wurde. Er liess daher den Haupt-mann Obuch mit den zu Pouilly stehenden geschlossenen Zügendes I./21 links abmarschiren, um dem linken Flügel der 1. Kom-pagnie einen Stützpunkt zu gewähren; Hauptmann Obuch nahmdort hinter der Parkmauer Stellung, zog einen Zug in die Feuerlinievor und stellte dadurch die Verbindung mit dem II./21 her. Nach

>) Kr. A. E. III. 51; S. 457.-2) Ebd. E. III. ö. S. 389 ff. - ») Inden Berichten Kettlers und der Truppentlieile findet sich keine nähereZeitangabe, wann der Befehl hierzu ertheilt wurde, als : ,,Bei eingetretenerDunkelheit u. a. Schreiber (S. 3981 und Henning iS. 210) geben 6 22 an,Baudach (S. 66) sogar 7 Uhr. Diese Zahlen sind offenbar unrichtig oderlassen sich nur auf das Ende des Abbrechens, also auf die völlige Be-endigung des Gefechts beziehen: denn zu dieser Stunde ist dieDunkelheit schon so tief, dass die thatsächlich stattgefundene Beob-achtung der Entwickelung und des Vorgehens bedeutender feindlicherTruppenmassen schlechterdings unmöglich gewesen wäre.Andererseits gewähren die in der Enquete parlamentaire veröffentlichtenDepeschen sichere Anhaltspunkte: wir haben oben (S. 387) gesehen,dass Gauckler um 612 den Rückzug der geschlagenen Preussen meldete;das Antreten dieser Bewegung musste demnach schon vor 6 Uhr be-merkbar gewesen sein. In Spullers Meldung von 6 22 an Gambetta heisstes: ,,La deroute des Prussiens est completeaus ihr geht auch hervor,dass vor dieser Stunde Garibaldi vom Schlachtfeld bereits wieder inDijon eingetroffen gewesen war (Per. II. 737 No. 4711). In einer anderenDepesche Gaucklers (Ebd. S. 739 No. 7430) heisst es, der Kampf habe bis6 22 gedauert. Da hiernach das Ende desselben feststeht und dasAbbrechen eines grösseren Gefechts immer einen längeren Zeitraum be-ansprucht, so dürfte die diesseitige Berechnung befechtigt sein. 4 ) Öch.398. 6 ) H. 210, Bau. 66.