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Der Kückzug der Infanterie wurde durch das heldenmüthigeAusharren der Artillerie wesentlich erleichtert. Beide Batterienstanden, nachdem sie zuletzt auf weite Entfernung in die Stadtgefeuert, beim allgemeinen Vordringen Garibaldis lange im hef-tigsten Infanteriefeuer. Zuerst, nach ihrem Bericht um 6ü2, erhieltie VI. Batterie Befehl zum Aufprotzen und ging auf der Strassezurück. 1 ) Die 5. Batterie setzte, als die Infanterie ihren Kückzugantrat, das Feuer' ruhig fort, wobei zu ihrer Aufnahme der Zug
des Premier-Lieutenants Krahn auf 700 Schritt die Fabrik mit
ranaten bewarf. Die anderen 4 Geschütze luden zuletzt mitKartätschen und liessen den Feind bis auf 200 Schritt an sich
herankommen. Nachdem alsdann 2 Kartätschschüsse abgegebenworden waren, ging die Batterie auf General Kettlers Befehl imSchritt und in entwickelter Linie zurück, jeden Augenblick zum Ab-protzen bereit, falls der Feind zu heftig nachdringen sollte. 2 )
Inzwischen hatten sich die Truppen der Vogesenarmee meistgegen Pouilly gewendet, insbesondere Canzio, der durch dieBresche eindrang, das Gut und das Schloss wieder besetzte,,
„in welchem kein Preusse uns zu erwarten wagte.“ 3 ) AuchKicciotti wurde von seinem Vater, der kurz zuvor bekanntlich imWagenauf der Strasse an der Ecke der Fabrik angelangt war, und demEnde des Feuergefechts an dieser Stelle beigewohnt hatte, dorthinverwiesen, nachdem er Letzterem die so eben auf dem Kampfplatz-aufgefundene Fahne des II./61 übergeben hatte. 4 * 6 * ) Auf die nochim Gefecht mit den Franktireurs begriffenen Preussen zeigend,
einigen in der Nähe von Valmy Ferme, vor sich gegangen sei ; in gleicherWeise heben mehrere Berichte das kräftige Nach drängen derFranzosen hervor. 0 Sie hatte, angeblich um wegen Ermangelns einerMunitionskolonne möglichst zn sparen, im ganzen Gefecht nur 40 Gra-
naten verfeuert; es fragt sich, ob solche Sparsamkeit an diesem Tage
angebracht war ? Ihre Verluste bestanden in 1 Offizier, 7 Mann verwundet,
6 Pferde todt, 4 Pferde verwundet, der Boden einer Protze beschädigt.
— 2 ) Die 5. Batterie hatte 111 Granaten und 2 Kartätschen verschossen,3 Kanoniere schwer, Hauptmann Rhades und 4 Mann leicht verwundet,
6 Pferde todt und 5 verwundet. Ber. in Kr. A. K. II. 10. — 8 ) D. V. 207.
— 4) In diesem Augenblick traf Bizzoni, von Menotti geschickt, geradebei Garibaldi ein und fand ihn an der Fabrik, von Offizieren und Soldatenumringt; er erzählt folgenden Zwischenfall: „Plötzlich entwickelt sicheine Schiesserei, die dem General zu gelten scheint. Eine Franktireur-
Kompagnie eilt nach dem Punkt, von wo die Schüsse herkommen. DieDunkelheit verursacht Unruhe unter uns. Es handelte sich um Folgendes :Einige Preussen hatten sich während des Gefechts in einen Grabengeflüchtet und, durch den Rückzug von den Ihrigen getrennt, hofftensie gewiss unter dem Schutze der Finsterniss zu entkommen. Da sieSoldaten in der Nähe sahen und sich entdeckt glaubten, hatten sie fastaus unmittelbarster Nähe Feuer gegeben und den General gefährdet;einige Schüsse gingen an ihm vorbei und verwundeten Soldaten.“ (^Mar. 247.j