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rief er: „Noch eine letzte Anstrengung muss den Sieg entscheiden;vorwärts mit Deinen Tapfern!“ Thiebault erzählt, 1 ) dass sich dasGefecht darauf nach Schloss Pouilly gezogen, welches Canzio mitgrosser Tapferkeit angegriffen habe. Die französische Feld-Artillerie,welche dabei war, die Mauern einzuschiessen, hatte ebenso, wiedie Positions - Batterien, das Feuer einstellen müssen, um nichtFeind und Freund gleichzeitig zu treffen. 2 ) Nach einem vonLedeuil 3 ) gebrachten Briefe hatten an dem Sturm auf Pouilly diebeiden Franktireur-Kompagnien derlsere der 4. Brigade hervorragendenAntheil, indem sie mit dem Bajonnet vorgingen, die Mauern über-stiegen und ins Gehöft eindrangen, wo ein furchtbarer, erbitterterKampf (eine wahre Schlächterei!) stattgefunden, und die 2. Kom-pagnie von der 1. durch ihr stundenlang anhaltendes Gewehrfeuergerettet worden sei! Bordone sagt 4 ), dass, während sich dieFranktireurs Bicciottis und Canzios gegen die das Schloss Pouillyüberragenden Höhen mit dem Bajonnet warfen, die Mobilisirtender Isere, vereint mit den Truppen, welche sich darin zuerstverschanzt gehabt hätten (also mit Bataillonen der Saöne-et-Loire), den mit Todten und Sterbenden angefüllten Park end-giltig wieder besetzten (reoccupaient). Commandant Carre, dessenVorgehen oben geschildert ist, nahm, nach Fornels Bericht, 6 ) denPark mit dem Bajonnet und vertrieb daraus die Preussen „bisweit jenseits des Parkes“, fügt Pellissier an anderer Stelle 6 ) hinzu,nachdem er durch die an den verschiedenen Punkten durch-löcherte Mauer eingedrungen war. Auch nach der Brochüre „Laverite“ etc. 7 ) wurde das Schloss von den Mobilisirten Jura undSaöne-et-Loire wieder eingenommen. Nach Sassone 8 ) wurde dasSchloss gleichzeitig von Canzio und Eicciotti angegriffen undblieb schliesslich in Garibaldis Gewalt.
Wie man sieht, stritten sich um den Kuhm der Wieder-einnahme von Pouilly, ähnlich wie sieben griechische Städte um•die Geburt Homers, viele garibaldinische Truppentheile. Es sollnicht bezweifelt werden, dass sie mit dem Bajonnet dagegen vor-gegangen und eingedrungen sind Vertheidiger haben sie aber darinnicht mehr gefunden; dieselben hatten die Stellung bereits geräumt,bevor die Angreifer heran waren, also hat auch kein Kampf umPouilly mehr stattgefunden; kein einziger der preussischen Berichteerwähnt einen solchen auch nur mit einem Worte.
i) t. 98. — 2 ) Bo. 344, M. 6. - 3 ) LdE. Dr. 33. Anm. 1. — 4 ) In
„Illustration“ 1875 No. 1875. — 5 J Pel. 105. — Ebd. 84. — 7 ) Ve. 66.
— B t 8a. 274.