Buch 
Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
Entstehung
Seite
410
JPEG-Download
 

410

Bordoiie giebt in seinem Bericht an den Kriegs-Minister vom27. Januar 1 ) den Gesammtverlust der Vogesenarmee (jedenfallsausschliesslich der Mobilisirten Pellissiers 2 ) in den Kämpfen der drei'Tage auf 457 Todte und etwa 1200 Verwundete mindestensan, mit dem Hinzufügen, dass ihm noch nicht alle Verluste zu-gegangen wären. Die preussischen Verluste schätzte er auf min-destens 4500 bis 5000 Mann in genanntem Zeitraum; thatsächliclibetragen sie 9 Offiziere, 171 Mann, 30 Pferde todt, 27 Offiziere,494 Mann, 20 Pferde verwundet, 1 Arzt, 59 Mann vermisst, zu-sammen 37 Offiziere, 724 Mann, 50 Pferde. 3 )

Aus der ausführlichen Meldung, welche General Kettler umMitternacht aus Messigny an den General Manteuffel erstattete,haben wir das Wesentlichste bereits angeführt. 4 ) Wir heben darausnoch hervor:Das Verhalten der Trappen war überall sehr brav,namentlich auch der Artillerie, die wiederholt im Bereich desGewehrfeuers auffuhr. Die Brigade beabsichtigt in den nächstenTagen keine Unternehmungen auszuführen und nur der Verpflegunghalber Quartierwechsel vorzunehmen. 5 )

Dieser Entschluss des Generals zu welchem ihn vielleichtnicht zum Wenigsten die Unterlassungssünde des Ober-Kommandos,ihm keine Munitionskolonne beigegeben zu haben, veranlasst habenmag, in Folge dessen seine Artillerie in der Sorge, sich nicht zuverschiessen, ihre volle Leistungsfähigkeit bei weitem nicht hatteentfalten können ist nach den Ergebnissen seiner dreitägigenAufklärungs- und Erkundungskämpfe entschieden zu billigen; nachfliesen genügte schon seine Anwesen heit in der Nähe von Dijon,für dieses eine unausgesetzte Drohung um seinem Auftrag weitergerecht zu werden, ohne noch viel Menschenleben zu opfern. Wennwir uns früher gegen die, unserer Ansicht nach nutzlose Ausdehnungdes Angriffs vom 23. Januar ausgesprochen haben, so sollen da-durch in keiner Weise die höchst bedeutenden Ergebnisse der drei-tägigen Kämpfe und ihre entschlossene Durchführung seitens desFührers und der Truppen bemängelt werden. Das Verhalten der Brigadefand schon auf dem Kriegsschauplatz die uneingeschränkte Anerken-nung ihrer Vorgesetzten, ln seinem Bericht vom 12. Februar an dasOber-Kommando erklärte General v. Fransecky: 6 )Ungeachtet derbeklagenswerthon Thatsache, dass die Fahne des II. Bataillons8. Pommerschen Infanterie-Regiments No. 61 .... in FeindesHand gefallen ist, habe ich .... den Eindruck gewonnen, dass

i) Bo. CdE. 225. 2 ) Pel. 145. 3 ) Gr. St. V. 674*. 4 ) S. ri. 399.

®) Kr. A. F. III. 51 S. 457-459. - 6 ) Ebd. F. III. 5 S. 369.