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Bordoiie giebt in seinem Bericht an den Kriegs-Minister vom27. Januar 1 ) den Gesammtverlust der Vogesenarmee (jedenfallsausschliesslich der Mobilisirten Pellissiers 2 ) in den Kämpfen der drei'Tage auf 457 Todte und etwa 1200 Verwundete mindestensan, mit dem Hinzufügen, dass ihm noch nicht alle Verluste zu-gegangen wären. Die preussischen Verluste schätzte er auf min-destens 4500 bis 5000 Mann in genanntem Zeitraum; thatsächliclibetragen sie 9 Offiziere, 171 Mann, 30 Pferde todt, 27 Offiziere,494 Mann, 20 Pferde verwundet, 1 Arzt, 59 Mann vermisst, zu-sammen 37 Offiziere, 724 Mann, 50 Pferde. 3 ) —
Aus der ausführlichen Meldung, welche General Kettler umMitternacht aus Messigny an den General Manteuffel erstattete,haben wir das Wesentlichste bereits angeführt. 4 ) Wir heben darausnoch hervor: „Das Verhalten der Trappen war überall sehr brav,namentlich auch der Artillerie, die wiederholt im Bereich desGewehrfeuers auffuhr. — Die Brigade beabsichtigt in den nächstenTagen keine Unternehmungen auszuführen und nur der Verpflegunghalber Quartierwechsel vorzunehmen.“ 5 )
Dieser Entschluss des Generals — zu welchem ihn vielleichtnicht zum Wenigsten die Unterlassungssünde des Ober-Kommandos,ihm keine Munitionskolonne beigegeben zu haben, veranlasst habenmag, in Folge dessen seine Artillerie in der Sorge, sich nicht zuverschiessen, ihre volle Leistungsfähigkeit bei weitem nicht hatteentfalten können — ist nach den Ergebnissen seiner dreitägigenAufklärungs- und Erkundungskämpfe entschieden zu billigen; nachfliesen genügte schon seine Anwesen heit in der Nähe von Dijon, —für dieses eine unausgesetzte Drohung — um seinem Auftrag weitergerecht zu werden, ohne noch viel Menschenleben zu opfern. Wennwir uns früher gegen die, unserer Ansicht nach nutzlose Ausdehnungdes Angriffs vom 23. Januar ausgesprochen haben, so sollen da-durch in keiner Weise die höchst bedeutenden Ergebnisse der drei-tägigen Kämpfe und ihre entschlossene Durchführung seitens desFührers und der Truppen bemängelt werden. Das Verhalten der Brigadefand schon auf dem Kriegsschauplatz die uneingeschränkte Anerken-nung ihrer Vorgesetzten, ln seinem Bericht vom 12. Februar an dasOber-Kommando erklärte General v. Fransecky: 6 ) „Ungeachtet derbeklagenswerthon Thatsache, dass die Fahne des II. Bataillons8. Pommerschen Infanterie-Regiments No. 61 .... in FeindesHand gefallen ist, habe ich .... den Eindruck gewonnen, dass
i) Bo. CdE. 225. — 2 ) Pel. 145. — 3 ) Gr. St. V. 674*. — 4 ) S. ri. 399.
— ®) Kr. A. F. III. 51 S. 457-459. - 6 ) Ebd. F. III. 5™ S. 369.