Buch 
Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
Entstehung
Seite
424
JPEG-Download
 

424

1890 veröffentlichten, dem früheren französischen Marine-MinisterChautemps eingereichten Bericht bleibt Tappaz bei dieser Behaup-tung stehen. Er sagt:Le drapeau dont les plis flatteren! au ventdisparut en quelques secondes sous un monceau de cadavres quil eütetd presque impossible de lerelever sous la fusillademeurtriere de lusine et que lon peut affirmer energiquement quele drapeau est reste ä terre jusquau moment le chasseur duMont-Blanc Curtat est alle le prendre sous le feu de Pennend.Ich bekräftige dies, fügt er hinzu,da ich es gesehen habe undso stand, dass ich Alles sehen konnte. (?)

Ledeuils fernerer Gewährsmann, Capitaine Dunieres von denFrancs-tireurs de l'Isere, der das Feuer im ersten Stockwerkleitete, erzählt den Hergang folgendennassen:Der preussischeFahnenträger näherte sich bis auf etwa 30 Schritt dem Hause,welches meine Kompagnie besetzt hielt. Dort ist er unter unseremFeuer gefallen, ebenso wie alle ihn begleitenden Bedeckungs-mannschaften (gardes). Man hat öffentlich mitgetheilt, dass diese-Fahne 20 Mal von den Preussen wieder aufgehoben und nieder-gesunken ist. Das ist nicht wahr und kann nicht wahr sein.Wenn diese Fahne wirklich 20 Mal aufgehoben worden wäre, wieman gesagt hat, so würde es ihr Kegiment bemerkt, und manwürde alle Thatkraft, alle Anstrengungen nach dieser Richtung hingelenkt haben . . .

Man erkennt sofort, dass diese beiden Aussagen keine Beweis-kraft besitzen: keiner der beiden Herren sagt bestimmt, er habegesehen, dass die Fahne nicht wieder aufgehobensei, sondern Erstem behauptet gesehen zu haben, dass sie inwenigen Sekunden unter einem Haufen von Leichenverschwunden sei; Beide suchen die innere Unwahr-scheinlichkeit abzuleiten: Tappaz, weil es unter dem furcht-baren Feuerfast unmöglich gewesen wäre, sie wieder aufznhebenund alle Begleiter gleichzeitig getödtet wären, was nach denAussagen der überlebenden Preussen nicht der Fall war; Dunieres,.weil ein zwanzigmaliges Aufheben der Fahne preussischerseits nichtunbemerkt geblieben wäre, was bei dem dichten unausgesetztenPulverdampf des Repetirgewehrfeuers durchaus bezweifelt werdenmuss. Angesichts der übereinstimmenden Angaben der oben an-geführten französischen Gewährsleute und der preussischen Augen-zeugen, kann nur, wie früher schon angedeutet, angenommen werden,dass die beiden Kompagnieführer durch die Leitung des Feuersihrer Truppe und durch die persönliche Betheiligung an demselben