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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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Stunde, wo wir uns ihrer bemächtigten, eine Angabe, die nur fürdie Franzosen zutrifft, wie auch Capitaine Dunieres x ) ausdrücklichhervorhebt.Wir mussten unsere Beute, fügt er dann hinzu,unsere selbstgemachte Trophäe überwachen, und da unsere Stellungim ersten und zweiten Stock des Hauses uns für den Augenblickverhinderte, sie selbst aufzuheben, wenigstens erfahren, in welcheHände sie kommen würde.Lange bevor sie genommen wurde,war sie ein Gegenstand des Begehrens, -) besonders für denCapitaine Dunieres, dessen Absicht, sich ihrer durch einen Ausfallzu bemächtigen, durch die Festigkeit des Commandant Michard,wie erwähnt, verhindert wurde.

Trotz seines gemessenen Befehls, die Fabrik nicht zu verlassen,geschah dies aber dennoch. Er berichtet, dass nach dem Ab-schlagen des Sturms einige Franktireurs nach der Fahne gelaufenwären. Es dürfte festgestellt sein, dass es der Chasseur du MontBlanc, Victor Curtat aus Annecy, angeblich 3 ) erst 17 Jahre altund ehemaliger päbstlicher Zuave (?), gewesen, welcher allein sichaus der kleinen Hinterthür geschlichen hat; nach seinen Briefen 4 )will erunter feindlichem Feuer die Fahne einem verwundetenPreussen entrissen haben. Nach seinen Angaben hätte er, da dieKugeln von allen Seiten flogen, auf dem Boden kriechen müssen,so schnell als nur irgend möglich, um die Fabrik und seineKompagnie wieder zu erreichen. Nach einem anderen Briefe wäre,als er laufend unter einem Hagel von Geschossen mit der Fahneauf der Schulter zurückkehrte, ihr Schaft von einem Geschosseeinige Centimeter unterhalb des Fahnentuches zerschmettert worden:das zu Boden gefallene Stück des Schaftes hätte er liegen lassenmüssen. 5 )

Wenngleich diese briefliche Angabe, dass Curtat die Fahneeinem verwundeten Preussen abgenommen hätte, allein dasteht, sowiderspricht sie doch nicht der Mittheilung Iticciotti Garibaldis

h Ke veil du Dauphine, 10. Juli 1880. 2 ) D. V. 241.- 3 ) Nach D. V. 242. *) Von LdE. Dr. allgedruckt. 6 ) DieseBriefe scheinen auch dem Bericht desIndependant de la Cote dOr zuGrunde zu liegen, worin es heisst:Im Augenblick, als ein deutscherOffizier, welcher sie (die Fahne) seinerseits ergriffen hatte, von einerKugel getroffen niedersank, legte der damals 18jährige Franktireur Curtateinen Lauf von 100 m unter dem Kugelregen zurück und stiess, da derFahnenträger sich auf das Fahnentuch legte, um es zu schützen, ihn'zurück und entriss ihm die Trophäe. In demselben Augenblicke erhieltder Fahnenträger in den Kopf eine Kugel, die ihm den liest gab.^ Diesist völlig unglaubwürdig. DerPetit Ni<pois vom 3. Dezember 1800 fügtden Aussagen Curtats hinzu:Alle Franktireurs, welche sich zur SeiteCurtats befanden, haben gesehen, wie er. sich allein mitten durch einenHagel von Geschossen auf die deutsche Fahne stürzte.