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welche er in den nächsten Tagen gelegentlich einer Unterhandlungdurch einen Parlamentär 1 ) dem General Kettler zugehen liess,dass „die Fahne unter Leichen, in deren Blutsie getränkt, zerschossen aufgefunden wordenwäre.“ 2 * ) Dormoy s ) bestreitet allerdings, dass die Fahne„unter einem Haufen von Leichen“ gefunden worden wäre; sicherlichhätten zahlreiche Leichen dagelegen, aber zerstreut, nicht auf-gehäuft. „Der einzige Preusse, dem schon der Tod auf der Stirnestand und der sich auf der Fahne wälzte, hatte rothe (wohl un-geschwärzte ? A. d. V.) Stiefel an.“ Curtat hätte den im Todesich sträubenden Pommern mit dem Fusse umdrehen müssen, umihm die Fahne zu nehmen. 4 ) Gegen diese Auffassung wirken dieAngaben der übrigen Gewährsleute erdrückend. „Curtat läuft unterdem Feuer des Feindes vorwärts,“ sagt Tappaz im „Eclair“ 1896,„findet und arrache avec peine le drapeau s o u s le tas de cadavresqui le recouvre en partie.“ Ledeuil sagt 5 ), Curtat hätte sie ausden Händen eines Todten genommen. Die Fahne „lag auf demBoden, verlassen, inmitten der Leichen,“ sagt Bordone, 6 ) „zurSeite des sechsten an diesem Tage getödteten Fahnenträgers“, 7 )„einige Schritte von den Mauern der Fabrik inmitten einesHaufens vou Leichen,“ schreibt derselbe an die „Illustration“; —„verlassen auf der Erde, ganz entfaltet auf dem Haufen der fürihre Vertheidigung gestorbenen Soldaten“, sagtMichard; — „untereinem Haufen von Leichen“, sagt Middleton; 8 ) — „neben (pres)einem Haufen von Leichen“, sagt Coynart; 9 ) — „gesunken aufeinen Haufen von Leichen“, sagt Thiebault; 10 ) — „die unglücklicheFahne . . . blieb begraben unter einem Berg von Leichnamenund Verwundeten. Da kam ein Franktireur, welcher den Wechsel-fällen des Tages gefolgt war, und zog die ganz blutige (toutensanglante) Fahne unter dem Haufen von Todten und Ver-wundeten, die sie bedeckten, hervor . . . Das ist die wahrheits-getreue Geschichte,“ erzählt Bizzoni; 11 ) — „begraben untereinem Haufen Todter lag sie, als sie von Ricciotti hervorgeholtwurde“, sagt Mignard, 12 )
1 ) Die Angabe Michards und Anderer, dass über diese Angelegenheit
ein Schriftwechsel zwischen den Stäben der Preussen und der Vogesen-
armee stattgefunden habe, beruht auf einem Irrthum. In den Akten des
Kriegs-Archivs des Grossen Generalstabs befindet sich darüber kein
Schriftstück. — 2 ) Ber. der 8. Inf. Br. in Kr. A. P. III. 5. nl - S. 389 ff.
— 3) D. V. 244. — 4 ) Ebd. 243. — 5 ) LdE. Dr. — «) Bo. 345.
— ’) Ebd. 344. — 8) Mid. 224. — ’■>) C. 88. — 10 ) T. 97. — n ) Mar. 250. —
12 ) Mi. 187.