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Die badische Brigade Degenfeld erreichte am 29. Mirebeau,Tanay, Magny St. Medard und Belleneuve, die Brigade Knesebeckhinter ihr Reneve und Essertenne, die Brigade Willisen mit derSpitze Mirebeau. Aus diesem Städtchen hatte Major v. Schon um6 V. seinen Abmarsch in die neue Vorpostenstellung angetreten,welche sich vor Arceau längs des Tillethales über Arcelot bisAre sur Tille hinzog und von da südlich der nach Pontaillerführenden Strasse über Binges zurückgebogen wurde. Arcelot,Are und Binges wurden in vorderer Linie mit Kompagnien besetzt,welche Feldwachen vor Arcelot und in die Linie westlich Arcelot-Arc-Tavannes Ferme-Rente de Lamblin und Mazeroy Ferme schoben. 1 )Als Rückhalt stand Major Schon mit 1 Kompagnie in CorbetonFerme an der Strasse Are - Mirebeau. Die massiven Brücken überdie Tille bei Arceau, Arcelot und Are wurden in unversehrtemZustande gefunden. Nachdem die Vorpostenstellung ohne Gefechteingenommen war, zogen sich einige am Westausgang von Arebemerkte feindliche Posten, Vedetten und Streifen nach Abgabe
gedruckt hei Bo. 302) zu überbringen, mit welchem er die Berichte derbadischen Militärärzte, welche zur Pflege in Dijon zurückgeblieben waren,,übersandte und mittheilte, dass das am 22. aufgehobene Feldlazarethbereits am nächsten Tage über Lyon nach Deutschland zurückbefördertworden wäre, mit Ausnahme der Fahrzeuge, da sich in ihnen Waffen■versteckt vorgefunden hätten. Die 3 badischen Aerzte wären zu Dijonunabkömmlich in Folge des durch „die Ermordung des französischenAmbulanz-Personals“ zu Hauteville in der Nacht zum 22 . Januar herbei-geführten Aerztemangels. Frau Mario wurde in Kettlers Stabsquartiermit grosser Höflichkeit aufgenommen und eingeladen, an dem einfachen,aus gebratenen Hühnern, Honig und Bier bestehenden Mahle desGenerals und seiner Offiziere Theil zu nehmen. Es entspann sicheine Unterhaltung über die Vorgänge bei Dijon, welche die Dame sehrausführlich wiedergiebt. Sie benutzte die Gelegenheit, um sich einesfrüheren Auftrages Garibaldis zu entledigen. Als diesem die Ordendes im Lazareth zu Dijon an seinen Wunden verstorbenen Majors Priebschdes 01. Regiments übergeben wurden, forderte er Frau Mario, welche zu-gegen war, auf, sich nach dessen Familie zu erkundigen und „die kost-baren Reliquien an seine Söhne gelangen“ zu lassen. Ais sie Kettler dieOrden überreichte, bezeigten er und die anwesenden Offiziere „tiefeTrauer um den Verlust eines Mannes, den sie unübertrefflich an Tapferkeitnannten.“ Darauf rühmte der General Garibaldis Grossherzigkeit wegender Uebersendung und sprach seine Verwunderung darüber aus, dass erdas Schwert gegen uns, die wahren Verbündeten der Italiener, gezogenhätte. Er erhielt darauf zur Antwort, dass Garibaldi lediglich für dieRepublik kämpfe. Als sie das Gespräch auf die preussischen Grausam-keiten in Pouilly und Hauteville brachte, deren Glaubwürdigkeit derGeneral weit von sich wies, soll er schliesslich in den Ruf ausgebrochensein, ob sie die preussischen Offiziere wirklich solcher Ungeheuerlichkeitenfür fähig hielte: „Blicken Sie in unsere Gesichter!“ Sie musstezugestehen, nur traurige, freie und wohlwollende Physiognomien zu sehen,aber der Blutgeruch verwandle Menschen in Bestien, wie ja auch ihreigenes Volk, die Engländer, in Indien die Grausamkeiten Neros über-troffen hätten. Der General sagte strengste Untersuchung zu. — 0 Kr.A. K. III. 12 .