505
„Diese unerwartete Neuigkeit rief in der Stadt Bestürzunghervor.“*)
Zugleich erhielten die Truppenbefehlshaber in Frankreich einenam 29. um 3 22 A. ausgefertigten kriegsministeriellen Erlass 2 ) überdie Ausführung des Waffenstillstandes. Die Feindseligkeiten solltenunverzüglich eingestellt und dazu mit den feindlichen Befehls-habern in Verbindung getreten werden. Es sollte nach den insolchen Fällen üblichen Kegeln verfahren werden. Die Linien derVorposten der einander gegenüberstehenden Kräfte sollten unterBezeichnung der Oertlichkeiten, Geländeabschnitte und anderer her-vorstechender Funkte abgegrenzt und die darüber zur Vermeidungvon Missverständnissen mit äusserster Genauigkeit und Schärfe auf-zunehmende Verhandlung von den Oberbefehlshabern oder ihrenVertretern unterzeichnet und ausgetauscht werden. Während derganzen Dauer des Waffenstillstands wurde jedwede Bewegung derArmeen über die abgegrenzte Linie hinaus für unstatthaft bezeichnet,ebenso wie die Beschaffung der Verpflegung und sonstigen Bedürf-nisse des Heeres. In gleicher Weise waren die Franktireurs zubenachrichtigen. Sollten sich unvorhergesehene Schwierigkeiten,welche Kückfragen erheischten, herausstellen, so sollte man währendder Unterhandlungen Zeit zu gewinnen suchen und mit äussersterDringlichkeit an das Kriegs-Ministerium telegraphiren.
In diesem Sinne benachrichtigte Bordone, welcher angeblich 8 )den Oberbefehl in Dijon führte, die Befehlshaber der selbständigentsandten Truppentheile, wie Baghino zu Mont Rolland, Comman-dant Braun zu St. Seine, Commaudant Cruchy (Tirailleurs d’Oran)zu St. Jean de Losne 4 ) und schickte in der Nacht nach allenRichtungen Offiziere, um sich mit den preussisehen Befehlshabernin Verbindung zu setzen. Um 8 22 A. meldeten sich bei den Vor-posten von Norges und Savigny je 2 französische Offiziere in Be-gleitung von Notablen aus Dijon, und zwar bei ersterem DorfeColonel Gauckler und ein Mobilgarden-Bataillons-Kommandeur, beiletzterem der Brücken- und Strassen-Ingenieur Münz, Chef derGenietruppen der Vogesenarmee, und Hector Amadou, Generalstabs-Offizier Garibaldis. Diese Herren brachten Briefe Garibaldis mitder Waffenstillstandsnachricht und mit Vorschlägen über die Aus-führung der Waffenruhe vor Dijon. Sie wurden bei den Vorpostenzurückbehalten, 5 ) und Ordonnanzen überbrachten dem General
0 Ja. II. 197. — 2 ) Per. II. 781 No. 7951. — 8 ) Ja. II. 190. --0 Bo. CdE. 386. — 8 ) Als bei dieser Gelegenheit einer der preussisehenOffiziere zu Savigny mit ihnen „auf einen baldigen langen Frieden“ an-■ßtossen wollte, lehnten dies die Parlamentäre ab, mit der Erklärung,