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Fluss bis Mailly; bei ersterem Orte fand sich nichts vom Feinde;nur aus dem Walde zwischen Longchamp und Labergement Foigneyund aus Mailly St. Anne (?) fielen etliche unschädliche Schüsse an-scheinend von versprengten Franktireurs oder Nachzüglern. Docherfuhr man, dass Longeault (Uebergang der Strasse über den Cröne-bacli südöstlich Genlis) erst kurz vor Tagesanbruch von den Fran-zosen geräumt worden wäre. Als um 3 A. Hauptmann Schrickelvon seiner Aufklärung wieder in Genlis einrückte, traf er Oberst-Lieutenant Kraus, welcher zur Verstärkung mit IL/3, bad. Inf.-Rgts.und der schweren Batterie Goebel um 1 22 dort angelangt war.Die reitenden Geschütze rückten wieder zur Brigade Willisen zurück,die 8. und 9. Kompagnie bezogen die Vorposten.
Um 422 A. erschien der Gendarmerie-Lieutenant Michel mit9 Gendarmen aus Auxonne als Parlamentär mit einem Schreibendes Kommandanten Chenot, worin dieser erklärte, dass, da sich derabgeschlossene Waffenstillstand auf ganz Frankreich erstreckte, ergesonnen sei, die Wohlthaten desselben loyal auszuführen und mnMittheilung der deutscherseits darüber erlassenen Anweisungen bat;er schlug vor, dass von Seiten der Deutschen die Linie La MarcheLongchamp, Genlis, Longecourt, der Kanal bis St. Jean de Losuein der Richtung auf Auxonne nicht überschritten würde. Krausantwortete, den ihm gewordenen Weisungen gemäss, mit der Mit-theilung vom Ausschluss der drei Departements, von der Besetzungvon Dijon durch die Deutschen und von der Stellung der Südarmee mitstarker Artillerie auf allen Verbindungen der Festung. Demgemässforderte er den Kommandanten znr Uebergabe binnen 24 Stundenauf mit dem HinzufügeD, dass er nach Ablauf dieser Frist einenOffizier zur Abholung der Antwort nach Auxonne senden werde.Mit einem andern Schreiben eines angeblich in Longchamp stehendenTruppenbefehlshabers erschien zu Pferde mit der Parlamentärflaggeum 6 A. ein — wie sich später herausstellte — in den Rock einesSergeantmajors gekleideter Mobilgardist, welcher mittlieilte, dassseit dem Nachmittage in Longchamp 2 Kompagnien Mobilgarden,ebenso viel in Magny les Auxonne, in Villers les Pots etwa 300unbewaffnete Mobilgarden und endlich zwischen Athee und Pontaillerdie Francs-tireurs du Rhöne unter Csmmandant Michael ständen. Indem Schreiben wurde mit Rücksicht auf den Waffenstillstand gegenjede weitere Besetzung französischen Gebietes und gegen Lebensmittel-anforderungen Einspruch erhoben. Der übrigens betrunkene Sergeant-rcajor wurde ohne Erwiederung auf das Schreiben über die Vorpostenmit dem Bedeuten gcma^u, dass man sich im Kriegszustand be-