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tarlier die erste Nachricht von dem Uebertritt der Ostarmee nachder Schweiz erhalten hätte. 1 ) Darnach hatte eine Demonstrationam 1. Februar zu Gunsten Cliuchants gar keinen Werth mehr,was ßordone noch an demselben Tage in einer Depesche 2 ) anFreycinet zugab. 3 ) —
Die Ausschliessung der drei Departements vom Waffenstillstandmachte den Garibaldinern die Ausführung eines Streiches möglich,der den deutschen Verbindungen bei Wiederaufnahme der Feind-seligkeiten eine Zeit lang Schwierigkeiten hätte bereiten können. Wirhaben oben 4 ) gesehen, dass der Marsch des Hauptmanns Zembschmit der 5. und 6./21 von Montbard nach Nuits das gegen dieEisenbahnbrücke bei Buffon gerichtete Unternehmen der Franzosenvereitelte. Nach Eingang der Waffenstillstandsnachricht marschirtendie beiden Kompagnien unter Premier-Lieutenant Schlesier an Stelledes erkrankten Hauptmanns Zembsch am 81. Januar von Nuits wiedernach Montbard, kehrten aber an demselben Tage nach Nuits zurück,weil sich in der Gegend feindliche Truppen gezeigt hätten. Am1. Februar rückten sie bis Aisy vor und besetzten, von einem Theilder Besatzung von Nuits unterstützt, am Nachmittage Montbard;Premier-Lieutenant Dunst, welcher jetzt die Kompagnien führte,zog den bei Buffon zur Bewachung der Eisenbahnbrücke gewesenenOffizierposten am 2. Februar ein.
Mittlerweile hatten die zur Zerstörung der Brücken von Nuitssous Ravieres und Buffon von Dijon abmarschirten beiden Ab-tlieilungen — erstere unter Lieutenant-Colonel Braun am 27.,letztere unter Commandant Garnier am 29. Januar — ihrenMarsch ausgeführt. Garnier vermied den 70 km langen, geradestenWeg über St. Seine wegen der angeblich durch deutsche Streifenund fliegende Kolonnen unsicheren Gegenden, in denen durch Ent-deckung der mit Sprengstoffen beladenen Maulthiere leicht derZweck durch die Bauern an jene verratlien werden konnte, undzog vor, von Dijon zunächst in südlicher Richtung bis Gevrey zumarschiren und von dort gegen Westen über Chamboeuf die schwierigenund engen bewaldeten Thäler des Morvan zu durchschueiden.Ueber Vandenesse, Rouvres, Arconcey trat er am 31. bei Fontangyin Verbindung mit Lieutenant-Colonel Braun, der ihm die Mit-
!) Da der Uebertritt erst im Laufe des 1. Februars stattfand, so ist ent-weder das Datum, welches Bordone angiebt, unrichtig oder der Inhaltder Nachricht lautete möglicher Weise nur dahin, dass Garibaldi von derAbsicht der Ostarmee tiberzutreten verständigt wurde. — 2 ) Auch dieseDepesche trägt ein falsches Datum (1. Februar), was schon daraus hervor-geht, dass es darin heisst, die Armee wäre „gestern“ in die Schweiz ein-gerückt. — 3 ) Bo. CdE. 344 No. 395. — 4 ) S. S„ 460.