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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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theilung von der Nichtanerkennung des Waffenstillstands seitensManteuffels nnd zugleich vom Eintreffen des Befehls der Vogesen-armee, das Unternehmen gegen die Eisenbahn fortzusetzen, machte.Trotz des Abfalls der mobilisirten Genie - Kompagnie desCapitaine Montbason, dersich nicht dezimiren lassen wollte,marschirten Braun und Garnier zusammen am 1. Februar auf ver-borgenen Seitenwegen unter Vermeidung der Ortschaften nachMontigny St. Barthelemy, am 2. über Corombles bei Epoissesnach Vassy, 14 km von Buffon, wo sie Abends 8 Uhr ein-trafen und wegen Nähe der preussischen Truppen beschlossen,noch in derselben Nacht das Unternehmen auszuführen. Nach denAussagen der Einwohner sollten auf der Brücke selbst dauerndSchildwachen stehen, welche einem mit ihrer Bewachung betrautenPosten angehörten, der ganz in der Nähe in einem zur Vertheidigungeingerichteten Pachthofe untergebracht war. Mit den in Nuits undMontbard liegenden Truppen wären für den Fall eines neuen Zer-störungsversuches besondere Signale verabredet, damit auf jederzeitbereitstehenden Wagen Unterstützung schleunigst geschickt werdenkönnte. Noch am Tage zuvor wäre eine auf 1000 Mann geschätzteTruppenabtheilung bei Nacht ganz nahe an der Brücke vorbei-marschirt (die auf dem Rückmarsch von Montbard begriffenenBesatzungstruppen aus Nuits. A. d. V.).

Um Mitternacht wurde aufgebrochen und mit einem Führermarschirte die französische Kolonne in grösster Stille auf Waldwegendurch sternlose Finsterniss nach den den Arman^n und Buffon beherr-schenden Höhen, wo sie um 3 Y. anlangte, am Waldsaume ge-fechtsmässig ausschwärmte, die mit den Torpedos und anderenGeräthen beladenen Maulthiere zur schleunigsten Benutzung bereit-stellte und 2 Mann zum Aufklären nach dem Pachthofe undder Brücke vorsandte. Diese schlichen sich heran und gaben durchmitgenommene Blendlaternen das verabredete Zeichen, dass dieOertlichkeiten unbesetzt wären. Im Pachthof erfuhr man, dass derFeind erst am Abend von dort abgezogen wäre. Nun begab sichGarnier sofort an die Arbeit und stellte seine zur Unterbrechungder Telegraphenleitung, zum Legen der Torpedos unter die Schienenund zur Zerstörung der Brücke selbst vorher eingetheilte Mann-schaft an. Schon nach V* Stunde war Alles bereit, und der erstePfeiler wurde durch eine furchtbare Explosion zertrümmert; raschwurde noch ein zweiter mit Torpedos versehen und ebenfalls ohneStörung gesprengt. Preussische Truppen schienen im Anmarschzu sein; schleunigst ging man auf den Wald zurück und durch

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