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Achter Abschnitt.
Ist Garibaldi allein für das Missgeschick derOstarmee verantwortlich zu machen?
I. Vorbemerkungen.
In Bourbakis Telegramm vom 21. Januar 1871 an seinenOber-Intendanten Friand ! ) heisst es: „Die Schuldigen sind die30000 Mann, die zu Dijon stehen und nichts gethan haben, umden linken Flügel des Heeres zu decken“. In der Sitzung desparlamentarischen Untersuchungs-Ausschusses vom 5. August 1871äusserte sich der General: „Wenn ich annähme, dass Garibaldi dieBewegung Manteuftels bekannt gewesen wäre, so hätte er es ver-mocht, sich ihr entgegenzustellen, nach Gray zu eilen, sich dortzu schlagen, unbequem zu werden (chicaner), das Gelände streitigzu machen, sich gezwungenenfalls auf Dole und den durch un-regelmässige Truppen sehr leicht zu vertbeidigenden Chaux-Waldzurückzuziehen; andere Siege verlangte ich nicht. Garibaldi istbis zu einem gewissen Punkte die Hauptursache des Missgeschicksder Ostarmee gewesen, weil, wenn er seine Stellung gehalten hätte,ich Zeit vor mir gehabt haben würde; General Manteuft’el hättenicht alle seine Anstrengungen auf unsere Truppen vereinigenkönnen; er hätte seine Verbindungen sichern müssen.“ Dann verlasBourbaki Freycinets Depesche vom 19. Januar au Bordone undbetonte folgende Sätze: 2 ) „Ich verhehle Ihnen nicht, dass dieRegierung sehr wenig von dem, wass sich zugetragen, befriedigt ist.Sie haben Bourbakis Heere keinerlei Unterstützung gewährt undIhre Anwesenheit zu Dijon ist durchaus ohne Einwirkung auf denMarsch des Feindes von Westen nach Osten gewesen.“ Wenn auchhierin ein Mitglied des Ausschusses die Verurtheilung Garibaldiserblickte, so blieb doch Bourbaki in seiner Auffassung der Verhält-nisse so unparteiisch, dass er in seinem Briefe vom 5. März 1873 anden Berichterstatter des Ausschusses 8 ) sich dahin aussprach: „Ichhalte es für unnütz, einen besonderen Nachdruck darauf zu legen, wenn
>) E. p. III. 371. — 2 ) Ebd. 358. Vgl. oben S. 145.-») Ter. II. 223.