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Sache, dies nicht zu thun, durch drei Züge bezahlt, die verlorengehen oder versprengt werden.“
Garibaldis Massregeln in dem besprochenen Zeitraum bis zurVersammlung der Südarmee um Chätillon genügten zwar, um demGegner einen Einblick nach Süden zu verwehren, nicht aber, umselbst einen solchen in die gleichfalls verschleierten Vorgänge beidiesem zu gewinnen. An Meldungen fehlte es nicht. Sie gingenvon allen Seiten ein, von Bürgermeistern, Telegraphenbeamten, ein-treffenden Flüchtlingen, Notabein des Landes, welche mit eigenenAugen die Durchmärsche der Deutschen durch ihre Besitzungenbeobachteten. Aber aus Dijon wurden nur einige unbedeutendeAufklärungen, die zu Nichts führten angeordnet. 1 ) Die mobilenKolonnen Kicciottis und Lobbias, welche sich längs der Aufstellungder Abtheilungen der Brigade Dannenberg hinbewegten uud durchvereinzelte Vorstösse deren Aufmerksamkeit rege hielten, besassenmit ihren rund je 2000 Mann nicht die genügende Stärke, um jeneüber den Haufen zu werfen und selbst zu sehen, noch weniger,um die Truppenzusammenziehungen auch nur im Geringsten zuhindern, nicht einmal zu stören.
Garibaldi hatte aber alle Veranlassung, über die Vorgänge,die sich beim Feinde vor seiner Front abspielten, klar zu sehen,um so mehr, als ihn de Serres aus Bourbakis Hauptquartier am11. Januar besonders darauf hingewiesen hatte. Er forderte ihndarin auf, 2 ) von der Hochfläche von Langres, als künftiger Operations-basis aus, dem wieder gegen Osten abmarsehirten Korps Zastrowin der Seite zu bleiben und seinen Marsch zu verzögern.
Diese Mittheilung konnte Garibaldi über das, was Bourbakivon seiner Mitwirkung erwartete, unmöglich im Zweifel lassen,eine Entschuldigung mit Unkenntniss ist daher nicht statthaft.Schon diese Depesche de Serres’, zusammengehalten mit den vom7. bis 12. Januar ihm seitens mehrerer örtlicher Behörden zu-gegangenen Nachrichten 8 ) musste Garibaldi zu einem kräftigenVorstoss zur Aufklärung veranlassen. Selbst sehen musste er,um sich von der Richtigkeit der Meldungen über die für die Ost-armee höchst gefahrdrohenden feindlichen Bewegungen Gewissheitzu verschaffen. Dieses Sehen konnte aber nur auf dem Wege desKampfes erfolgen und um diesen erfolgreich zu gestalten, wareine gewisse Stärke der zu verwendenden Truppen geboten, auchschon, um im Stande zu sein, die durch den Kampf erreichte Aus-
r) de Mazade, a. a. O. 788. — 2 ) E. p. III. 415. Vgl. oben. S. 128. —s ) Mitgetlieilt von Mid. 226. ff.