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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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kunft ohne Zeitverlust für Gegenmassregeln Ueberdenhaufen-werfen der feindlichen Marschkolonnen ausnützen zu können.

Völlige Klarheit über die aus den zahlreichen Meldungen überdeutsche Truppenbewegungen sich herausschälenden Absichten desGegners erhielt Garibaldi durch die vermuthlich am 13. JanuarAbends ihm zugegangenen Erkundungen der Madame White-Mariound durch die Botschaft des Majors Castellazzi am 14. Januar in derFrühe, welche ihm die durch Herrn de Grancey mitgetheilten sicherenNachrichten über den preussischen Vormarsch aus der Gegend vonChätillon her übermittelte und durch die Bestätigung derselben, welcheihm bei Tagesanbruch des 15. sein Sohn Ricciotti persönlich über-brachte. Jetzt genügte nicht mehr ein Vorstoss zur Aufklärung,sondern nun musste mit allen zu Gebote stehenden Kräften nacli-drücklichst an verschiedenen Stellen in die feindlichen Marsch-kolonnen hineingestossen werden, um ihnen möglichst starke Ver-luste beizubringen, um sie zur Entwickelung und zum Gefechte zuzwingen, um zur Unterstützung der Angegriffenen die bereits weitervormarschirten Theile zur Umkehr zu veranlassen, vor Allem, ummöglichst viel Zeit zu gewinnen. Nichts von alledem geschah.Im Gegentheil. Man sah das erstaunliche Schauspiel, dass die jetztam wenigsten in der Nähe des Feindes entbehrlichen, mindestenszum Weiterbeobachten dringend erforderlichen Kolonnen Ricciottiund Lobbia aus bis jetzt noch nicht völlig aufgeklärten Gründen,der Erstere von Is sur Tille auf Dijon zurückwich, der Letzterevon Selongey, nachdem er bisher meisterhaft es verstanden hatte,die Berührung mit dem Gegner zu vermeiden, sich nach Langreswarf. So konnte es geschehen, dass am 17. ein preussischer Dra-goner-Lieutenant bis auf 13 km ungestört an Dijon heranreitenkonnte, ehe er zwischen Epagny und Savigny auf schwache Ab-theilungen Mobilisirter stiess.

Es fragt sich nun, welche Aussichten auf Erfolg gewährtenVorstösse Garibaldis mit der Vogesenarmee ? Wurden sie zunächstdurch das Gelände begünstigt ?

Die von Manteuffels Truppen zu überwindenden Schwierig-keiten schildert Herr v. Darcy mit folgenden Worten : l )Um indas Saönethal zu gelangen, hatten sie einen sehr dichten Schleiervon Höhen und Gehölzen, welche die Hochfläche von Langres mitder Cöte dOr-Kette verbinden, zu durchschreiten. Die mittlereHöhe dieser kleinen Berge beträgt 400 bis 550 m über dem Meeres-

') Aussage vor dem Parlaments-Ausschuss. E. p. VT. 818.