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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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Land unter so ungünstigen Bedingungen durchzogen und genötkigtwaren, ihre Bagage, selbst die gewisser Stäbe, zurückzulassen, botenden zu Dijon versammelten 40000 Mann eine verlockende Beute.Wenigstens die Ponton-, Munitions- und Verpflegungs-Kolonnen, welchein Folge der eisbedeckten Strasse auf Tagemärsche hinter den Truppenzurückblieben und nur unter ganz schwacher Bedeckung den 80 kmlangen Marsch, in den Engpässen eingekeilt, zurücklegen mussten,waren im höchsten Grade gefährdet und konnten bei dem vorzüglich ein-gerichteten Nachrichtendienst der französischen Behörden leicht in dieHände des Gegners fallen, wenn derselbe nur wenig mehr Thatkraftentwickelt hätte. Dass z. B. die von nur etwa 30 Mann begleitetePontonkolonne des II. Armeekorps in den Tagen vom 16. bis18. Januar die angeblich von Franktireurbanden äusserst bedrohteStrecke von Montbard über Chanceaux bis Is sur Tille ungestörtzu durchschreiten vermochte, ist den Theilnekmern bis auf denheutigen Tag ein Kätksel geblieben.

Am 14. Januar begann der Vormarsch Manteuffels mit denHaupttheilen des II. Korps auf der Strasse Montbard - Chanceaux-Is sur Tille-Fontaine Francaise, das VII. Korps auf den StrassenAre en Barrois - Chameroi - Longeau (14. Division) und Chätillon-Recey - Prauthoy (13. Division). Garibaldi konnte berechnen, dassder Durchmarsch durch das Gebirge wenigstens 4 Tage beanspruchenwürde. Am 17. also war der Beginn des Heraustretens aus dem.selben bei Is sur Tille anzunehmen. Den Gegner an dieser Stelleanzufallen, war nicht rathsam. Dort hatte das Gelände den Gebirgs-charakter bereits verloren, die Höhen hatten abgerundetere Formenund gestatteten den Deutschen die Entwickelung aller drei Waffen,vornehmlich ihrer überlegenen Artillerie und Keiterei. Dort wareine Unterstützung der in erster Linie bedrohten Kolonnen desII. Armeekorps durch Heranziehung von Truppen des VII. angängig.Es wäre zu einem geregelten Treffen gekommen und einem solchenwar die Vogesenarmee nicht gewachsen. Noch im Gebirge mussteder Anfall erfolgen, wo der Kampf nur in zerstreuter Fechtart,für welche die Freischaaren allein verwendbar waren, ausgefochten,wo allein die Berggeschütze ausgenutzt werden konnten, wo dieEntwickelung des Gegners nur mit grossen Schwierigkeiten undvoraussichtlich nur unter schweren Verlusten vor sich zu gehenvermochte, während die eigenen, von Bagage nicht behindertenTruppen alle Bewegungsfreiheit hatten.

Nachdem Garibaldi am 14. durch Castellazzi die sichereKunde vom Beginn des Vormarsches der Südarmee erhalten hatte,