Buch 
Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
Entstehung
Seite
594
JPEG-Download
 

594

verfolgte damit den Zweck, die weitere Bedrohung Dijons glaubhaftzu machen und daraus die Nothwendigkeit des ferneren Verbleibensder Vogesenarmee daselbst herzuleiten. Es gelang ihm auch, Freycineteinige Tage davon zu überzeugen, so dass dieser wegen der vonGaribaldi errungenen Lorbeeren und der darüber allerseits gespendetenLobeserhebungen zunächst nicht wagte, ihn zur Thätigkeit zu drängen.Es ist allerdings auffallend, dass Garibaldi in seinem eigenen Interesseam 24. nicht zur Offensive überging, um sich seinen Gegner völligvom Halse zu schaffen. Dies erklärt sich nur dadurch, dass ertrotz dessen Rückzug ihn noch nicht für so geschlagen erachtete,,um nicht eine nochmalige Wiederholung des Angriffs, vielleichtvon Mirebeau her unterstützt, für möglich zu halten. Vielleichtbedurfte die Vogesenarmee nach den dreitägigen Kämpfen noth-wendig eines Ruhetages; als jedoch auch am 25. kein neuer An-griff Kettlers erfolgte, dieser vielmehr sich etwas nach rückwärtszusammenschob, konnte die Vogesenarmee an andere Aufgabendenken. Dass aber Garibaldi auch au den folgenden Tagen nichtherauskam, erklärt Bizzoni') aus strategischen und inneren Gründen :Es war für Garibaldi unmöglich, den Feind zu verfolgen, zunächstweil, wenn er Dijon verliess, wir den Weg nach dem Süden freiund offen Hessen (? Pellissier ? A. d. V.), und die Preussen (etwadas Bataillon Schon in Mirebeau? A. d. V.) ruhig nach Lyon hättenkommen können; in zweiter Linie, weil unsere Armee ungeachtetder 20000 ihr beigegebenen Mobilisirten nicht im Stande war, ernst-lich die Offensive zu ergreifen. 20000 Münder waren zu ernähren,aber 20000 Mann, die sich nicht im Felde halten konnten, ohneWagen und Trains, schlecht geführt und mit alten Perkussions-gewehren bewaffnet das wäre Wahnsinn! Wir konnten alsonur Lyon schützen, welches, Dank unserer Armee, keinen Besuchdes Feindes erhielt, und gleichzeitig versuchen, Döle wiederzunehmen,um Bourbaki Bewegungsfreiheit zu verschaffen.

Es dauerte lange, ehe zu letzterem Zwecke Anstalten getroffenwurden. Es darf allerdings nicht übersehen werden, dass GaribaldimitGenehmigung des Kriegs-Ministers in Dijon stehenblieb, trotzdem diesem die bedrängte Lage Bourbakis wohl bekanntwar. Noch am 25. Januar Nachmittags forderte Freycinet Garibaldiauf,unerschütterlich die Vertheidigung von Dijon sicher zustellen und unverzüglich eine starke (?) Expedition auf Döle undMouchard zu entsenden . . . . , um eine dem General Bourbakinützliche Ablenkung zu erzielen. Hiermit konnte Garibaldi machen,

) Mar. 251.