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Die Kämpfe um Dijon im Januar 1871 und die Vogesenarmee : nach den kriegsarchivalischen Akten des Generalstabs und anderen Quellen / bearbeitet von Hans Fabricius
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was er wollte und in der That begnügte er sich damit, in den fol-genden Tagen das 7 bis 800 Mann starke Bataillon Baghino gegenDole vorzuschieben und die 3. Brigade nach den hart östlichDijon an der Strasse nach Pontailler und St. Jean de Losnegelegenen Dörfern zu verlegen. Dies war nur eine formelle Mass-regel ohne alle Bedeutung, nur, um Freycinet den Mund zu stopfen.Wäre aber Garibaldi mit allen Kräften der eigentlichen Vogesen-armee (jetzt durch den Zutritt derlsere-Legionen über 20 000 Mannstark) am 26. in zwei Kolonnen über Auxonne und St. Jeande Losne auf Döle vorgestossen, so befand er sich am 27. im Besitzdieser auf der Verbindungslinie des II. Armeekorps gelegenen Stadt.General Fransecky konnte ihn unmöglich hier stehen lassen; ermusste mit dem weitaus grössten Theil seiner Kräfte kehrt machen;der am 27. 11 A. zu Arbois für den 28. gegebene Korpsbefehl, *)welcher die Besetzung der Strasse über Champagnole vorbereitete,blieb unausgeführt und der Ostarmee die letzte Rückzugslinie überMorez offen.

Von nicht grösserem Werthe als die zuletzt erwähnten warenGaribaldis Massregeln, die er traf, als ihm Freycinet in seinerbeweglichen Depesche vom 27. A. kurz vor Mitternacht nachdemer den Selbstmordversuch Bourbakis und den Rückzug der Ostarmeeauf Pontarlier erfahren die Rettung der letzteren ans Herz legteund ihn aufforderte, in Dijon nur 8 bis 10000 Mobilisirte zu lassenund sich mit allen anderen Kräften nach Döle zu begeben, um imBesitz des Chaux-Waldes im Rücken und auf den Verbindungendes Feindes zu operiren. Garibaldi begnügte sich damit, Baghinovor Döle und Menotti zwischen den Strassen nach Pontailler undSt. Jean de Losne zu belassen und am 29. angeblich mit der1. Brigade und einem Theil der 3. auf der Eisenbahn nach Bourg,Montrevel und Louhans, mit einem Theil der Mobilisirten nachChälon und Tournus zu fahren und sich erst am 1. Februar, nachdemer von Clinchant Mittheilung über seine Einschliessung bei Pontarliererhalten, mit einigen auserlesenen Truppen nach Lons le Saunierzu begeben. Unbegreiflich ist es, wie Garibaldi, wenn er ernstlichbeabsichtigte, der Ostarmee zu helfen, den ungeheuren Umweg mitder Bahn über Chälon und Mäcon nach Bourg machen konnte, umvon da aus gegen Lons le Saunier, doch zumeist wohl mittelstFussmarsches, vorzustossen, anstatt mit vereinten Kräften am 28.unmittelbar über Auxonne gegen Döle oder auch über die unver-sehrte Brücke von Seurre gegen Mouchard loszugehen. Zeit durfte

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