Johann Gotth. Ephr. Lessing
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Johann Gotth. Ephr. Lessing,
gebore» 1729; gestorben I7L1.
1. Der Adler und die Eule.
Aer Adler Jupiters und Pallas Eule stritten.„Abscheulich Nachtgespenst." —„„Bescheiden! -Denn der Olymp hegt dich und mich;
Was also bist du mehr als ich?" " —
Der Adler sprach: „wol wahr ist'ö: der OlympDoch wohl zu unterscheiden:
Ich kam durch eig'nen Flug,
Wohin dich deine Göttinn trug.
2. Das Schaaf.
Äls Jupiter das Fest seiner Vermählung feyerte, und — alle Thiere ihreGeschenke brachten, vermißte Juno das Schaaf.
„Wo bleibt das Schaaf?" — fragte die Göttinn; — warum versäumtdoch das fromme Schaaf, sein wohlgemeintes Geschenk uns zu bringen?" —
Und der Hund nahm das Wort und sprach: „„zürne nicht, Göt-tinn! ich habe LaS Schaaf heut noch gesehn; es war betrübt und jam-merte laut."" —
„Und warum jammerte das Schaaf?" — fragte die, schon gerührte,Göttinn.
„„Ich ärmstes,"" — so sprach es, — „„ich habe iht weder Wollenoch Milch; was werd' ich dem Jupiter schenken?—Soll ich —, ich alleinleer vor dem Jupiter erscheinen? — Lieber will ich hingeh'n und den Hir-ten bitten, daß er mich vpf're."" —
Indem drang, mit-deS Hirten Gebet', der Geruch LeS geopfertenSchaaf'S, — dem Jupiter ein süßer Geruch, durch die Wolken. Und ihthätte Jupiter die erste Thräne geweint; wenn Thränen ein unsterblichesAuge benetzten.
- darf ich bitten;
— uns Beiden;
3. Zeus und das Pferd.
„2>ater der Menschen und Thiere," — so sprach das Pferd und nahtedem Throne des Zeus,—„man will: ich sey' ein'ö der schönsten Geschöpfe,