geb. 171S.)
Magnus Gottfried Lichtwer.
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Der Hunger macht ihm leichte Glieder;
Ein Luftsprung kostet ihm nicht viel;
Jtzt steht er auf/ itzt — vor stch nieder;
Ein Affe lebt und stirbt im Spiel'.
„Was nützen diese Fleischergänge?" —
Rief hier der Affe mit Verdruß; —
„Wenn ich auf einen Baum mich schwänge,
Darauf stch Alles zeigen muß;
So dürften wir nicht länger suchen." —
Sofort bemerkt er einen Baum,
Die Königinn der hohen Buchen;
Er kroch hinauf; man sah ihn kaum.
D'rauf-sctzt er sich, beroch das Wetter,
Guckt endlich nieder in den Wald. —
„O Vetter," — schrie er, — „lieber Vetter;
Du bist ja wie ein Zwerg gestalt't.
Was ist dir immer widerfahren?
Du bist kaum einer Erbse groß;
Da sonst wir gleicher Länge waren." —
,,„O Vetterchen, dich hör' ich blos,"" —Antwortet' ihm der Bär erbittert,
Und nun ward das Gezänke scharf;
Bis, da sie endlich ausgewittert,
Der Affe stch Herunterwarf.
„„Wie nun?"" — rief Petz, sobald er d'runten. —„Wie nun?" — versetzt der Pavian. —
„„Warst du denn oben?"" — „Und — du unten?"
Sie sahen sich, verwundert, an.
„Du bist ein Bär;" — „„Und du — ein Affe;"" —Fiel Äff' und Bär einander ein.
„„Hier ist Nichts, das uns Nutzen schaffe;
Die Buche muß bezaubert seyn."" —
. * .
Wenn du einmal an Ehren steigest
Und deinen Freunden und Verwandten,Die dich, als ihres Gleichen, kannten,Ein fremd' und stolzes Auge zeig'st;
So geh' in dich und untersucheDer Fabel Sinn; er weist auf dich;
Denn —, glaube mir nur sicherlich! —
Du bist das Äffchen auf der Buche.