230
Frau von Staöl mit nach Paris, und Das warein Musterbild deutscher Naivetät und Heldenkraft.Es folgte ihr ebenfalls Zacharias Werner, diesesModell deutscher Reinlichkeit, hinter welchem dieentblößten Schönen des Palais-Royal lachend ein-herliefen. Zu den interessanten Figuren, welche sichdamals in ihrem deutschen Kostüme den Parisernvorstellten, gehörten auch die Herren Görres, Iah»und Ernst Moritz Arndt, die drei berühmtesten Fran-zosenfresser, eine drollige Gattung Bluthunde, denender berühmte Patriot Börne in seinem Buche „Menzel, der Franzosenfresser" diesen Namen ertheilt hat.Besagter Menzel ist keineswegs, wie Einige glanben, eine fingierte Pcrsonnage, sondern er hat wirk-lich in Stuttgart existiert oder vielmehr ein Blatlherausgegeben, worin er täglich ein halb DutzendFranzosen abschlachtete und mit Haut und Haarauffraß; wenn er seine sechs Franzosen verzehrthatte, pflegte er manchmal noch obendrein einenJuden zu fressen, um im Munde einen guten Ge-schmack zu behalten, pour ss kairs In Konus Kon-cils. Jetzt hat er längst ausgebellt, und zahnlos,räudig, verlungert er im Makulaturwinkcl irgendeines schwäbischen Buchladens. Unter den Muster-Deutschen, welche zu Paris im Gefolge der Frauvon Stasi zu sehen waren, befand sich auch Fried-