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Ueber Entwaldung und Hochwässer in ihrer Rückwirkung auf die Eisenbahnen : Vortrag gehalten im Club österr. Eisenbahn-Beamten am 1. Februar 1881 / von Karl Engelhard
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Steinwürfeln gleichzeitig- eine lohnende Erwerbsquelle für diearmen Gebirgsbewohner gewesen wäre allein man zog es vor,beim Altgewohnten zu verbleiben, und nach Erschöpfung dernächstgelegenen Wälder die Schwellen aus weiter entfernten Ge-genden zu beziehen.

Ausser dem auch nicht fehlerfreien Steinwürfel-Oberbau hatder eiserne Oberbau unstreitig bereits eine erhöhte Bedeutunggewonnen, derart, dass er von den Fachmännern als der »Oberbauder Zukunft« bezeichnet wird. Es frägt sich nur, wann die Zukunftdieses Oberbaues der Zukunft beginnen soll, ob bei Zeiten odererst dann, wenn die bittere Noth dazu zwingen wird.

Auf eine Schilderung der erst in der Construction bestehendenoder bereits als praktisch erprobten Systeme eisernen Oberbauesbrauche ich vor diesem Auditorium nicht einzugehen; der Gegen-stand ist den Herren von der Bau- und Bahnerhaltungs-Branchehinreichend bekannt, und wurde erst jüngst an dieser Stelle vomHerrnBaudirectorHohenegger gründlich behandelt. Was ichanführe, ist nur eine Art Besume und war von mir bereits zusammen-gestellt, ehe jener Vortrag im Club gehalten wurde; zum Theil habeich es schon in den Jahren 18731877 in meinen Vorlesungenüber Eisenbahn-Technologie vorgebracht. Ich beschränke mich hierdarauf, einige nicht mehr stichhältige Einwürfe gegen den eisernenOberbau auf ihr richtiges Niveau zurückzuführen und einige schwer-wiegende Thatsachen hervorzuheben.

Man hat. hauptsächlich die überaus hohen Kosten dieserOberbau-Construction und deren Complicirtheit in den Vorder-grund der Negation gestellt; ferner wird eingewendet, dass dereiserne Oberbau über die ersten Versuchsstadien noch gar nichthinausgelangt sei, weshalb man für eine solche, erst im Beginneder Entwicklung begriffene Sache keine grossen Capitalien riskirenkönne. Dem gegenüber muss eingewendet werden, dass bereitsmehrere seit Jahren bewährte Systeme eisernen Oberbaues bestehen,welche in weniger holzreichen Gegenden mit hoch entwickelterEisen-Industrie schon bei der ersten Anschaffung nicht mehrerheblich theuerer sind, als ein Oberbau mit kreosotirten Eichen-schwellen ; dass aber - begreiflicherweise der eiserne Oberbau,wegen seiner viel längeren Dauer und bei entsprechend einfacherConstruction schliesslich auch wegen seiner geringer ausfallendenErhaltungs- beziehungsweise Erneuerungskosten, diese anfäng-