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Ueber Entwaldung und Hochwässer in ihrer Rückwirkung auf die Eisenbahnen : Vortrag gehalten im Club österr. Eisenbahn-Beamten am 1. Februar 1881 / von Karl Engelhard
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Deutscher Eisenbahn -Verwaltungen prämiirten Erfindungen theilenwird, nämlich das Loos: keine grosse Verbreitung zu finden.

Weiters muss ich bemerken, dass man anderswo mit demeisernen Oberbau über das »Versuchsstadium« längst hinaus ist. Diepreussische Staatseisenbahn-Verwaltung hat beschlossen, in Hin-kunft gelegentlich Auswechslung des Holzschwellen - Oberbauesvorzugsweise nur mehr eisernen Oberbau zu legen. Bestimmendhiefür waren die überaus günstigen Erfahrungen, welche diefrühere Kheinische Eisenbahn-Gesellschaft und die Bergisch- märkische Eisenbahn mit dem eisernen Oberbau nach den SystemenHilf, H a ar m an n und Vautherin gemacht haben.

In Elsass-Lothringen weiss man gleichfalls den Vautherin-schen Oberbau zu schätzen. Auf diesen Eisenbahnlinien liegennicht etwa kurze »Versuchsstrecken 11 , sondern seit mehrerenJahren viele hundert Kilometer Bahngeleise. Ich habe, meineHerren, in der »Oesterreichischen Eisenbahn-Zeitung« aus denGeschäftsberichten der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft undder Bergisch-märkischen Eisenbahn schon im Vorjahre äusserstinteressante Daten über den Bestand des eisernen Oberbauesund die damit gemachten Erfahrungen veröffentlicht und willhievon Einiges an dieser Stelle, des besseren Zusammenhangeswegen, wiederholen.

Die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft hatte zu Ende desJahres 1879 rund 181 Kilometer eisernen Langschwellen- und 318Kilometer eisernen Querschwellen-Oberbau (341.770 St. Schwellen),Der Bericht constatirt ausdrücklich die bedeutenden Ersparnissedes eisernen Oberbaues gegenüber dem Holzschwellen - Oberbau,und zwar betragen diese Ersparnisse bei den eisernen Lang-schwellen 28 1 / 3 , bei den eisernen Querschwellen 30'/., Percent.Die Widerstandsfähigkeit des Geleises wird bei den eisernenQuerschwellen als sehr gross bezeichnet und weiters angegeben,dass die eisernen Querschwellen an den Auflagerflächen derSchienen nur einige blank geriebene Stellen, aber noch keinerleimessbare Abnützung zeigen; etwas grösser war die Abnützung beiden Langschwellen, jedoch auch da nur J / 3 Millimeter. Eben-sowenig war an dem Kleineisen beider Systeme eine nennens-werthe Abnützung oder Rostbildung auf den Unterflächen derLang- oder Querschwellen zu erkennen gewesen.