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sagt: »Wir sind zum eisernen Oberbau noch nicht gezwungen ;wir haben einen unerschöpflichen Waldreichthum, so dass derHolzschwellen-Oberbau trotz seiner Mängel bei uns immer nochbilliger als jeder eiserne Oberbau zu stehen kommt.« Für dieJetztzeit ist dieser Ausspruch richtig, und wir schöpfen diesewerthvolle Gewissheit aus dem Votum eines Fachmannes wie esFreiherr v. Seckendorff ist. Wie wird es aber mit unserenWäldern nach Decennien aussehon, wenn, was ja allseitig ge-wünscht wird, unser Eisenbahnnetz ausgebaut wird; wenn gleich-zeitig der Holzbedarf in den Städten und auf dem Flachlande inFolge Zunahme der Bevölkerung und Entwicklung der Industrieein noch weit grösserer als jetzt geworden sein wird? Und dannvergesse man nicht: Wir brauchen einen guten Waldbestand nichtblos w r egen Befriedigung des Holzbedarfes, sondern weit mehrdesshalb, damit es den Ackerbauländern nicht an dem nöthigenperiodischen Regen fehlt.
Man ist ferner bei uns mit dem eisernen Oberbau noch nichtüber die ersten Versuche hinausgekommen, weil man sich an zuvielen Stellen mit Erfindung von Original-Constructionen abquält.Es muss ja nicht bei jeder Eisenbahn-Verwaltung erst ein eigenesSystem eisernen Oberbaues erfunden werden, bevor man sichzur Erprobung und Einführung des letzteren entschliesst. Mannehme doch lieber das vorhandene Gute, wenn es auch fremderQuelle entsprungen ist; man versuche sodann im Laufe der Zeit,weitere Vervollkommnungen aufzufinden und einzuführen. Speciellwir Oesterreicher besitzen bereits ein treffliches Querschwellen-System von unserem Mitgliede und Vice-Präsidenten Herrn Ober-Inspector A t z i n g e r, ferner ein nicht minder treffliches Lang-schwellen-System von unserem Mitgliede Herrn Bau-DirectorHohenegger; also —
s> Willst du immer weiter schweifen?
Und ein gutes Oberbau-System liegt so nah’!*
Man hat, meine Herren, zu Gunsten des eisernen Oberbauesauch angeführt, dass durch dessen Einführung unsere so schwerdarniederliegende Eisenindustrie wieder zu neuer Blüthe gelangenwürde. Diesem Grunde möchte ich an und für sich keine entschei-dende Bedeutung zuerkennen, denn die Eisenbahnen sind keineUnterstützungs- und Versorgungs-Anstalten, sondern Verkehrs-