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Anstalten; sie sind um ihrer selbst willen da, und man kannihnen nicht zumuthen, etwas blos deshalb einzuführen, weil esAnderen frommt. Es ist aber ein nicht zu verachtender Vortheil,wenn das, was den Eisenbahnen nützt, auch einer Gross-Industriezu gute kommt und dadurch gleichzeitig das Gesammtwohlgefördert wird. Dies würde sicherlich der Fall sein, wenn mansich, ohne erst den unerbittlichen Zwang abzuwarten, beizeitenzur successiven Einführung des eisernen Oberbaues, wenigstensauf den Hauptbahnen ersten und zweiten Banges, entschliessenmöchte.
Wenn vielleicht entgegnet wird, man sei mit dem eisernenOberbau «im Principe« einverstanden, könne denselben aber vor-läufig nicht einführen, weil noch kein allen Anforderungen voll-kommen entsprechendes System erfunden sei, und weil man füreine erst in der Entwicklung begriffene Sache keine grossen Capi-talien riskiren könne; so wäre das gerade so klug, als wenn manmit dem Bau der Eisenbahnen auch so lange gewartet hätte, bisdie beste Locomotive und die besten Wagen erfunden sein werden ;man würde dann jenem Manne gleichen, der grundsätzlich keineBücher kaufte, sondern immer das Erscheinen der letzten Auflageabwartete, weil erst diese die beste sei.
Mit der Frage des eisernen Oberbaues wird sich bekanntlichauch die technische Conferenz beschäftigen, welche von unseremHandelsministerium einberufen'worden ist, und es ist kein Zweifel,dass die hiezu einberufenen hervorragenden Fachmänner denGegenstand in der gründlichsten Weise behandeln werden; nurmuss man dabei nicht blos vom Standpunkte des Eisenbahn-Ingenieurs und Bahnerhaltungs - Technikers sprechen, sondernauch das Votum des Forstmannes, des Oekonomen, des Natur-forschers und des Volkswirthes hören. —
Ich habe, geehrte Versammlung, in meinen heutigen Mit-theilungen durchaus nicht Grau in Grau gemalt, sondern die uner-bittliche Logik der Thatsachen sprechen lassen. Wer wollte so leicht-lebig sein und behaupten, dass die bei uns hie und da vorgekommeneWald-Devastation nichts zu bedeuten habe? Eben weil das Uebelerst ein locales und noch kein allgemeines ist, darummüssen wir in der Folge unseren Waldschatz sorgsamer hüten.Sind einmal unsere Wälder gründlich devastirt, dann nützt einenachträglich einberufene Fachmänner-Enquete auch nichts mehr.
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