II)
neuten heldenmüthigen Angriffen Kray’s und der rechtzeitigen Unter-stützung von Melas zu verdanken. Und während in Italien Suworoffvon Sieg zu Sieg eilte, drangen der Erzherzog und Hotze in dieSchweiz ein, vereinigten sich und erfochten in der ersten Schlachthei Zürich so bedeutende Vortheile, dass Massena es für gerathenhielt, Zürich aufzugehen und an den Abhängen des Uetliberges undAlbis Stellung zu nehmen. In den Alpen waren die Oesterreicherweniger glücklich, aber Massena hielt es nach der Schlacht beiZürich doch für nöthig, seine Streitkräfte zu concentriren und sokonnten die Oesterreicher den Gotthard behaupten und das Reuss-thal und das rechte Ufer des Vierwaldstättersees besetzen.
Aber je grössere militärische Erfolge die Streitkräfte derCoalition errangen, um so mehr trübte sich das politische Einver-nehmen der an derselben betheiligten Grossmächte, vor allem Russ-lands und Oesterreichs. Man könnte nicht gerade sagen, dass Suwo-roff in dieser Zeit von dem allerdings sonst übel berufenen WienerIlofkriegsratlie in seinen Operationen wesentlich gestört werden sei,denn dieser beschäftigte sieb wesentlich nur mit den Verwaltungs-sachen der Armee (Sybel V, p. 308, 322). Dagegen traten ihm aberKaiser Franz resp. Tlmgut aus Gründen der auswärtigen Politikhindernd in den Weg. Franz und Thugut Hessen sich, obgleichletzterer im Anfang eine energische Offensive befürwortet hatte, dochwieder von der langsam-bedächtigen Tradition der österreichischenKriegführung beherrschen. So forderte denn Franz schon in einemSchreiben vom 13. Mai den Feldmarschall auf, die Operationen aufdas linke Po-Ufer zu beschränken, die Festungen, die im Macht-bereich der Verbündeten lagen, aber noch von den Franzosen be-setzt waren, zu erobern, und lehnte den kühnen Plan Suworoff s zirrEroberung der Schweiz und zur Unterdrückung der Armee Massena’sentschieden ab. Weit tiefer aber griff der Zwiespalt, der zwischenThugut und Suworoff in der Behandlung der politischen VerhältnisseOberitaliens entstand. Der Kaiser Paul gab sich den Anschein, alswolle er nm einen uneigennützigen Principienkrieg gegen die Re-volution und für Herstellung der alten Zustände führen, obgleicher selbst Malta und die jonischen Inseln als Trinkgeld für seineDienstleistungen nicht verschmäht hätte. Dementsprechend erliessnun Suworoff am 6. und 8. Mai zwei Proclamationen, die eine andas Ileer, die andere an die Bevölkerung Piemonts, worin er die