sucht, muss doch zugeben, dass er bestrebt war, jeder Verantwortlich-keit zu entgehen und daher sklavisch Suworoff’s Vorschriften be-folgte. Während der verhängnisvollen Tage von Zürich zeigte ersich im Allgemeinen als ein sehr eigensinniger und beschränkterKopf. Auch Miliutin spricht sich ziemlich ungünstig über ihn ausund tadelt seinen Hochmuth und die Unordnung, die in seinemStabe herrschte. 1 ) Ueber den letztem Punkt äussert sich namentlichSacken in seinen Memoiren, von denen leider nur einige Bruch-stücke bei Miliutin gedruckt sind, sehr scharf. Bei Gelegenheit derAnkunft der russischen Truppen in Uznach schreibt er: „Die Un-erfahrenheit des Generals Korsakoff und seines Generalstabs be-züglich militärischer Bewegungen war so gross, dass nicht einmaldie Lagerplätze bestimmt worden waren etc“. (Mil. III, Beil. 237,p. 360). Von den andern Generalen des russischen Heeres genossFürst Alexis Gortschakoff besonderes Ansehen, auch bei dem Ober-befehlshaber, wozu seine Verwandtschaft mit Suworoff beitragenmochte. (Memoiren Boverea’s II, p. 241). Weit grossem Buf abererlangte später der Baron von der Osten-Sacken, gewöhnlich kurz-weg Sacken genannt, der schon in mehreren Feldzügen gefochtenhatte, dann später im Jahre 1813 in der schlesischen Armee unterBlücher ein wichtiges Commando bekleidete und zum Feldmarschallemporstieg. Damals war er noch Generallieutenant.
Während der Erzherzog mit den Vorbereitungen zu seinemneuen Unternehmen beschäftigt war, trafen wohl auch die erstenNachrichten über jene schon erwähnten Siege der Franzosen imHochgebirge ein. Dieses Missgeschick musste nun den Erzherzognoch in höherm Grade zu einer entscheidenden Unternehmung an-spornen. So wurde denn am 17. August der Versuch, die Aare zuüberschreiten, unternommen, scheiterte aber an örtlichen Schwierig-
0 Es ist zu bedauern, dass TV. Meyer anscheinend das Werk des russischenKriegsschriftstellers nicht gekannt hat, als er seine „Schlacht bei Zürich“ schrieb.Wenn nicht die Uebersetzung, so hätte er doch das im Jahre 1852 erschienenerussische Original studiren können, da er, wie Meyer von Knonau in seinem Vor-wort berichtet, für die Studien zu seiner sonst so bedeutenden Arbeit noch dasRussische erlernt hatte. Er hätte dann vielleicht sein Urtheil über Korsakoff unddie musterhafte Mannszucht seiner Truppen etwas geändert. Allerdings hat er hierinauch die Biographie Landolt’s von Hess und die Memoiren Roverea’s, die er beidezweifellos kannte, nicht genügend berücksichtigt.