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Der Antheil der Russen am Feldzug von 1799 in der Schweiz : Ein Beitrag zur Geschichte dieses Feldzugs und zur Kritik seiner Geschichtsschreiber / von Dr. Otto Hartmann
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dem neuen Pläne der Verbündeten. Suworoff 1 s Schreiben aber warvom 11. August datirt (vgl. Erzb. Karl II, p. 138, Anm.) und derErzherzog, der bereits am 7. August von Dietrichstein das kaiser-liche Schreiben über den neuen Plan, und ausserdem noch Dietrich-steins mündliche Mittheilungen empfangen hatte, musste glauben,dass Suworoff ebenfalls von den Beschlüssen der Höfe unterrichtetsei, und sah darum in der Forderung SuworofFs nur offenen Trotzgegen den Wiener Hof. Der Zorn übermannte den sonst so ruhigenund wohlwollenden Feldherm und er erklärte, er werde sofort mitallen seinen Truppen die Schweiz verlassen. Da legte sich derenglische Gesandte in der Schweiz, Wickliam, ins Mittel. Er suchtenachzuweisen, dass der plötzliche Abmarsch des Erzherzogs, nament-lich nach dem Niederrhein, mit dem von England angeregten Planim Widerspruch stehe, dass sich Korsakoff in der Schweiz nichthalten könne und dieselbe vielleicht ganz preisgeben müsse, etc. DerErzherzog, seihst im Herzen immer noch nicht mit seinem Abmarschaus der Schweiz einverstanden, gab nach und zeigte sich bereit, inweitere Verhandlungen über die Operationen in der Schweiz ein-zutreten. Was zunächst die Entsendung jener 10,000 Mann nachItalien anbetraf, so schlug Wickham, um sie nicht den Umwegdurchs Tirol machen zu lassen, vor, sie so nahe wie möglich demGotthard marschiren zu lassen (Schreiben Wickhams an Suworoff,Mil. IH, Beil. 242, p. 361 ff.), direct durch das Gebirge, und, umdies Unternehmen gehörig unterstützen zu können, selbst in diekleinen Kantone abzugehen, verlangte aber zugleich von dem Erz-herzog, er müsse einen allgemeinen und nachdrücklichen Angriffunternehmen. Der Erzherzog hatte selbst eine ähnliche Vertheilungder Streitkräfte empfohlen und war auch bereit die Verwendungeines Theils der österreichischen Truppen bei dem neuen Angriffzu gestatten. Korsakoff aber erhob allerlei Einwände. Endlich am22. August meldete der Erzherzog seinem Bruder, es sei eine Eini-gung erzielt, Korsakoff werde in die innern Kantone abmarschirenund er selbst den grössten Theil des Hotzesohen Corps, welcheseinige Tage vorher gegen die Linth hin detachirt worden war, weildie Abtheilungen im Gebirge aufs neue bedrängt wurden, bei Lachenin seiner Stellung belassen; beide würden dann gemeinschaftlichgegen Schwyz hin operiren. Es ist also nicht richtig, dass dieOesterreicher erst später behauptet hätten, der Erzherzog habe nicht