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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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280 Früchte aus de-n sogenannt-

Lustspiele hinaus? Ist cS nicht auch Drama? Undwo ist sein Ring des Schicksals?

B. In der Hand des Dichters, wie beymTrauerspiel; und zwar ist er im Lustspiel fast nocherkenntlicher als in diesem. Er heißt die Fabel derKomodie, ohne welche, sinnreich angelegt, verschlun-gen und entwickelt, kein Lustspiel tarigt.

A. Und die Ch a r ak t er-Kom ö d ien? dieächt-philosophische Gattung —

B. Sind hinkende Stücke, wie die ausgeputztenCharakter-Trauerspiele. Will ich Charak-tere beschrieben lesen, so nehme ich Theoph rast,la Bruyerc, oder Aristoteles Rhetorik.

A. Hier sehen Sie sie aber dargestellt.

B. Ohne daß sie in eine Fabel greifen, undmit ihr innig verwebt sind, hindern sie das Lust-spiel. Jsolirt steht sodann der breit-angemel-dcte Charakter vor mir, geschildert, nicht handelnd.Angeputzt wird er und angezogen; rings um ihnwerden Spiegel gestellt, daß man ihn ja von Seitenerblicke und wahrnehme; dann wird er entkleidet,man zeigt seine Hocker; wohl gar wird er lebendi-gen Leibes opcrirt, secirt — eine peinliche Kunst,von der schon der Name Lustspiel sich lossaget.

A. Und wir haben doch so treffliche Stücke die-ser Gattung!

B. Die trefflichsten sind nie ohne Fabel;und je besser es der Dichter verstand, desto sorgsa-mer ließ er den Charakter dem Gewebe der Fabelnur dienen. Oder vielmehr (denn was sollen die