296 Früchte aus den so gen annt-
wenn ich gleich über die schuldlose Eigenheit dieseskomischen Quackers lache, der sich mir zum Ver-gnügen darstellt? Die Komödie ist eine Schule, dieuns die brüderliche Lehre lehrt: „in allen Ständengiebts Thorheit. Vertragt euch unter einander."
A. So auch Nationen? Religionen?
B. Nichts anders. Auch dies sind allgemeineNamen. Stelle man ihre Thorheit dar, nur mehr,nur lebhaft.
A. Indem Sie aber Laster und Schande vomkomischen Theater vertreiben, und die Charakterstückeder Fabel unterordnen, wird es dieser nicht bald anSujets fehlen?
B. Glauben Sie, daß der.menschlichen Thor-heiten so wenige sind? oder daß sie je ausgehn wer-den ? Mit jedem Zeitalter verjüngen sie sich; mitjedem blüht herrlich auf ein neues komischesTheater. Trauriges Geschwätz, daß die Charakterealle schon benutzt seyn! Dafür waren sie auchabgenutzt; bemerke, ordne neu, und du hast eineneue Fabel.
A. Eben diese macht den Dichtern Sorge.Der Fabelkreis ist so erschöpft, die Gange des Ko-mödienschicksals, die Intriguen, wiederholen sich sosehr —
B. Ein Grübelnder ists, der so im Schlafredet. Wie Shakespear die Sujets aus in- und aus-ländischen Geschichten, Romanzen und Erzählungennahm, wie die französische Bühne den Spaniern denInhalt ihrer besten Stücke schuldig ist; welche Menge