Buch 
12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
Entstehung
Seite
298
JPEG-Download
 

298 Früchte aus den sogenannt-

r3.

Romanze.

Romanze, ei Romanes, linZua Romana,hieß in der von den Römern besiegten Welt dieSprache, die aus der alten lateinischen und denSprachen der überwundoen Völker sich allmählich ge-bildet hatte, und die römische Herrschaft überlebte.Natürlich war sie nach Landern und Zc en verschie-den; mit den Jahrhunderten verfeinte sie sich; dieheutige spanische, italiänische, portugiesische, franzö-sische Sprache sind ihre Sprößlinge und Kinder,Romanes hieß also im Spanischen die Mutter-sprache; romsneear hieß aus andern gelehrtenSprachen, dem Latein und Arabischen, in sie über-setzen, in ihr umschrieben; wer dies that, hießein Romancsro.' In gutem Romanes sprechenhieß klar, verständlich, gerade heraus, undwie wir sagen würden, Deutsch reden.

Gesänge in der Landessprache hießenalso Romanzen. Ihr Sylbenmaas war dasnatürlichste, das es in der Sprache gab, wiedie spanischen Sprüchwörter zeigen; die meisten(Resranss) haben schon in Prose, das Sylbenmaasder spanischen Romanze *). Eben so natürlich istder spanischen Sprache die Abwechselung undVerkettung der ersten und zweyten, der drittenund vierten Zeile der Romanze mit einander, da ei-

) S. Odres postbuinas sei IVIurtin Zarmiento 1°. I.