3»4 Früchteausdensogenannt-
denen diese R ei m - H ö slic h k e i t fremd ist, diesogar dem eintönig - wiederkommenden Reim aus demWege gehen und sich dagegen, wie die Skalden thaten,lieber mit Assonanzen im Anfange der Worteergötzten. In diesen Sprachen den langst vorherge-sehcnen Reim matt erwarten, ihn zwangvoll überTrümmer der Sprache heranstolpern sehen, wo ernutzlos oder gar widrig eintritt, wäre dies nicht eherfür ein kindisches Ohrgeklingel und Lhrgepauk',oder für eine Nachlwachterfchnarre, als für eineverständige Höflichkeit zu rechnen? Griechenund Römer vermieden in ihren Sylbenmaaßen beyallem Audrange der Assonanzen den Reim; Kindernam Jahrmarkt geben wir die Pfennige mit demVerbot „daß Du dir ja keine Trommel, keinTrom-petchen kaufest!" wie? und unsre Romanzcnsänger,unsre heroischen Lyriker selbst übten diese Kunst undzwar auf arabische Weise von neuem, betäubend un-ser Ohr mit Reimtrommeten und Pfeifchen? Je-ne, indem sie, dem Genius unsrer Sprache zuwi-der, auf spanische Assonanzen, auf ein gehalte-nes, wiederkehrendes A O U kindisch ihre Kunstwenden; indem sie, den Liedern der brittischen Bed-lamssänger nacheifernd, rasselnd und prasselnd, sau-send und brausend gar alle Sylbenmaase durcheinander ausschütten, und bannt das Ohr des Volkszwar nicht verfemen, aber wie Kameelsohren erhö-hen und verderben. Wenn Romanze in der Weltnichts anders als Volksgesang heißt, war diesje der Ton weiser Volksfühier? Leiteten Homer,Alcaus, Sappho, leiteten die Höfe der Liebe,leitete der Barde bey der Hirse, selbst der ruhigeJäger beym Horn so die Seelen? Hatten unsre
Musen