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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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317
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goldnen Zeiten. 3i7

Pincs Singstücks angesehen werden, sie kaum einigerAufmerksamkeit würdigt. Ich bin unwandelbar

Dein

zärtlicher BruderB. Franklin.

N. S. Noch hätte ich die undeutliche Ausspra-che unter die Zahl der Fehler gegen die Sprache sez-zen können, die in den neuen Gesängen für Schön-heiten gelten. Allein, da dieses mehr Fehler derSänger, als der Komponisten zu seyn scheint, sohabe ich hier, wo ich blos von der Kompositionsprach, desselben nicht gedacht. Ein geschmackvoller,das heißt ein modischer Sänger, dW ich kenne, läßtalle harten Miklauter aus, und mildert alle hartenSylben der Wörter, die doch dazu dienen, sie voneinander zu unterscheiden. Auf diese Weise hörtman blos eine bewundrungswürdige Kehle, und ver-steht das, was gesungen wird, so wenig', als wenndie Arie auf irgend einem Instrument gespielt würde.Sonst bemühten sich die Tonkünstler, Instrumentezu machen, die die Menschenstimme nachahmten:jetzt thun sie gerade das Gegentheil, indem sie ausder Stimme gern ein bloßes Instrument machenmöchten. So verfertigte man die Perücken anfangszur Nachahmung von schönem natürlichen Haupt-haar; nachdem sie aber, zum Theil unter sehr un-natürlichen Formen, allgemein Mode worden waren,so erlebten wirs, die natürlichen Haare so ssrisirt z»sehn, daß man sie für Perücken halten möchte. —