3^6 Früchte aus den sogenannt-
Don Schwarmerey, Stolz, Habsucht, Raub-gierde gestützt, indem es Ungeheuer zu Helden erhob,welche Grauel hat es gebohren! Wären je Kreuz-züge betrieben und besungen worden, wenn mansie nicht für verdienstlich-heilige, für große Thatengehalten halte! Und wie lange daurete diese Wuth,dieser Wahn, dieser Frevel! Wie man sie betrieb,so besang man sie in Epopeen, in Hymnen; Euro-pa erschallte vom Siegsruf der frommen Waffenund fernen Helden. Konntest Du, der Du-die Ge-schichte kanntest, dein eigen Herz überwinden, umDie zu singen, die Du sangst, zarter Lasso? AlleDein läuternder, mildernder Fleiß war an ihnenvcrlohren.
Und es folgten andre Deinem Beyspiel. Auchdie Eroberungen Mexiko's, Peru's, begonnenim grausamsten Gold - und Ehristeneiftr, wurden be-sungen; auch Corses, auch Pizarro, der Teu-fel selbst ward Held der christlichen Epopee. Wiezu Muth war Dir, tapfrer und guter Ercilla,wenn Du die Grausamkeiten deiner Spanier gegendie Aurakauer, Du selbst ihr Augenzeuge, zu sin-gen unternähmest, und das Recht, die Tugendenund Tapferkeit der Feinde weder verschweigen wolltestnoch konntest. Aus der Einen Seite Nakionalstolz,Wahn einer Pflicht für Vaterland, Christenthum,Europa umnebelten'Dick, indeß von der andern derGeist der Menschlichkeit Dich zuweilen dcch zu Schaamund Mitleid regte. Wie verschoben mußte dasRegelp.nias des Rechts und der gemeinsten Billigkeitseyn, wenn man Handlungen der Art, als Groß-thaten des menschlichen Geschlechts epcpöirte! Einhalb Jahrtausend hin daurete dieser Wahn; in ei-