Monier und Ossi an.
3?9
we sen. Bringt irländische Gesänge, schönere Ge-sanlge herver , als die Schotten hervorbrachten; undwir wollen Euch glauben." Sey Fingal in derGeschichte, wer er wolle; in Ossians Gedichten ister micht Fron oder Fin in Lein^ter mehr, son-dern, Finget, der König der Mensen, Anführer derHellden. Der Gesang hat ihn auf seine Fittige ge-nommen, und über die Sterblichen erhöhet. Wür-den Achill, und Ajax, Ulysses, Penelope,Agtamemnon sich in Homers Bildern erkennen?Ich, glaube schwerlich; so wenig sich König Ar-tus, Karl der Grosse, Gottfried von Je-rusalem, oder die Helden Ariosts in den Ge-säwgen ihrer Dichter erkennen würden. Eben nurdurch eine Verwandlung wurden sie epischeHelden. Die Sage hatte sie von Munde zuM-unde fortgetragen; da war ihre Gestalt zwischenHimmel und Erde gewachsen. Der Sänger nahmsie auf und verewigte sie; in ihrer alltäglichen, ge-meinen Gestalt wären sie keine Geschöpfe für ihngewesen. Fingal, Ossian, Oskar sind Kin-der der Sage, Gebilde der erhöhenden, fortsingendenZeit.
Was sollen überhaupt in dieser Sache geogra-phisch-historisch-chronologische Rivalitäten? OssiansGedichte gehören dem ganzen Galischen Völ-kerstamm, ja jedem zu, der seine Ursprache ver-stehet, oder Ossian zu schätzen weiß ; er lebe dies-oder jenseits des Meeres. Zwar auch die Griechenstritten unter cinander, wem Homer zugehöre?und es wetteifwten Hiebey mehr als sieben Städteund Lander. Nicht aber thaten sie es in der Ab-sicht, daß sie dadurch Homers Gesänge, wie man