Homer und Ossi an. 28 i
von Mac-Phetsvn nicht selbst geschah; freylichdies vermehrte den Zweifel. Seyd ihr denn so arm,ihr Schotten, daß ihr Euern Homer, den Ihrüber den Griechen preiset, nicht in der Ursprache,ganz wie ihr ihn habt, wie er bey Euch Noch gesun-gen wird, mit Melodiken und Sprach - Erläuterun-gen ans Licht stellen, ihn dadurch vom Abgrund derVergessenheit, dem er so nah ist, retten, ihn aufeinmal der Unsterblichkeit vergewissert, und eurerSprache dadurch selbst die Unsterblichkeit, und zwardie edelste, classische Unsterblichkeit sichern könnt?Oder erwartet Ihr ein schöneres Produkt in ihr, alsOssian? Oder glaubt ihr, daß man diese Gesängeimmerhin fortsingen werde? Oder bildet ihr euchein, daß man bey Euren Behauptungen von der un-aussprechlichen Schönheit dieser Gedichte in der Ur-sprache, und ihrem entzückenden Reiz. in den Ge-sangweisen, ohne Proben, etwas denke? Ver-langen und am Ende Uebekdruß erwecken dergleichenunkraftige Anpreisungen; Proben, Proben attlein geben Sicherheit und Belehrung *).
Von ächten Melodreen zu Ossian hat wir dasGlück bisher noch nichts zugeführet. Von einerachten Ausgabe Ossians im Ersischen ist mir auchnichts bewußt; das Specimen aus dem Luchder Temora konnte nichts entscheiden. Woherhatte es M a c - P h e r so » ? Ist alles, wie esgedruckt ist, gefunden? Jstö aus lebendigen Ge-sängen genommen oder aus Handschriften ? Stim-men die Handschriften unter einander? stimmtjede derselben mit dem lebendigen Gesänge? Aus