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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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548
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R arhl c s e

5,-r

Sie sind nicht die Einzigen; wie diese giebt eshundert, ja tausend mißbrauchte Worte. Die ganzepolitische Sprache ward entweiht —

„Ward sie das nicht stets? wenn sprach die po- ,litische Sprache genau, wahr, herzlich?"

Die ganze m ensch li che Sprache ist entweiht:die edelsten Worte darf man nicht nennen, die derMenschheit innigsten Gefühle nicht ausdrücken, weiljeder Ausdruck beschmutzt ist.

,,So schafft Euch neue Worte. Haltst Du esfür keinen Voktheil, dieser Irrthümer los, diesenVorurtheilen und Mißbräuchen entkommen zu seyn?Eine abgezahlte Schuld, ist. sie nicht Reichthum?eine überwundne Gefahr, ist sie nicht lehrreich?"

Bitter-lehrreich ist diese. Welche Gcauel!

,,Sie gehören zum verflossenen Jahrhundert; siesind vorüber."

Aber ihre Folgen bleiben.

„Daß man auch sie hinwegthue, und jedeSchandsaulc Ehcensäule werde. Das Rad, das hin-unterging, gehet aufwärts. Gute Düngung versprichtgute Acrnte."

Aernte für wen? Für die wilde Gesetzlosigkeit?oder für den eisernen Zwang und Despotismus? undin beyderley Fall für eine Barbarey, die hinter unsist, der wir kaum zu entkommen vermögen.