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Betrachtungen über die wohlthätigen Wirkungen und Folgen der Arbeit im Allgemeinen, namentlich der Manufactur-Industrie mit besonderer Beziehung auf die Schweiz und ihre derzeitige commerzielle Stellung zum Ausland / Von J. Sulzberger
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sern Theil der Bevölkerung drückt, wenn diese aufgrosse Ausdehnungen nur allein landwirtschaftlicheBeschäftigung hat, und von Werkzeugen und Ma-schinen gar keinen oder nur den kümmerlichsten Ge-brauch und Anwendung macht. Man gehe nach Polen ,Galizien , den grössten Theil Ungarns , selbst nach demnördlichen Theil Preussens u. s. w. und man wirdsich wundern über das Maass von Armuth, Elend,Schmutz, Liederlichkeit und über die Noth, nament-lich der Frauen und Kinder, welche letztere bei härte-stem Winter grossentheils nackt und hungrig gelassenwerden.

Gehen wir nun einmal in die Wohnung der grossenMehrzahl der Menschen dieser allein landbautreibendenVölker. Hier finden wir die ganze Familie, Mann,Frau und Kinder, bei Tag und bei Nacht, in einemkleinen Zimmer mit noch kleinern schwarzen Fen-stern. Das gleiche Zimmer dient auch als Stall fürHühner und Gänse, Hunde und Katzen, und die Küche,meistens ohne Esse, ist im nämlichen Local etablirt.Etwas Milch und Schwarzbrod oder Kartoffeln, höchstselten nur ein Stückchen Fleisch, bilden die Speise die-ser Menschen, von Wein oder Bier ist im Innern desHauses des eigentlichen Arbeiters nie etwas zu sehen.Betten sind keine vorhanden, von Möbeln sieht mannur das allernothdürftigste und zudem im erbärmlich-sten Zustande, die Kinder haben entweder gar keineoder zerlumpte baumwollene Kleider, jedenfalls selbstim strengsten Winter, weder Schuhe noch Strümpfe.

Es kann aber auch beinahe nicht anders sein,