wenn man bedenkt, dass bei bloss landwirtschaftlicherBeschäftigung allein, die Hälfte der Zeit oder mehr,nicht gearbeitet werden kann, dass der Absatz auf gros-sen Entfernungen gesucht werden muss, dass in derRegel der Gutsherr selbst den bescheidenen Reinertragin der Ferne consumirt, und dass unter diesen Um-ständen der Geist und die Thätigkeit des Einzelnennicht genug Anregung und Thatkraft entwickeln kann,wenn ihm die Palme des lohnenden Erfolges nicht inAussicht gestellt wird.
Eine weitere Folge der allgemeinen Armuth einesnur ausschliesslich auf Landwirtschaft und den Ver-kauf der Rohproducte beschränkten Volkes, ist derMangel aller öffentlichen Anstalten und Hülfsmittel, welchegerade zum Wohlstand unentbehrlich sind.
Ebenso machen die Nahrungssorgen, der Hungerund Mangel an allen Lebensbedürfnissen jedes geistigeLeben und jedes höhere sittliche Streben unmöglichund an ihrer Stelle zwingt die eiserne Noth die Men-schen zu tausendfältigen sich täglich wiederholendenTreulosigkeiten, Betrügereien, Betteleien, Spielen, Dieb-stählen und Schlechtigkeiten aller Art.
Es beruhen diese betrübenden Ansichten bei mirauf persönlicher Anschauung in vielen Ländern. DasGesagte findet aber Anwendung nicht nur unter denkältern climatischen Verhältnissen, wo der Winter sohäufig eine traurige Verdoppelung der Noth und desElendes für Viele ist, sondern Ähnliches findet auchin den südlichen, durch Clima und Fruchtbarkeit sehrbegünstigten Ländern, — in Italien , Spanien , Grie-
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