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Betrachtungen über die wohlthätigen Wirkungen und Folgen der Arbeit im Allgemeinen, namentlich der Manufactur-Industrie mit besonderer Beziehung auf die Schweiz und ihre derzeitige commerzielle Stellung zum Ausland / Von J. Sulzberger
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Gehen wir zu einem kleinen Pächter oder Arbeiterauf dem Lande, so finden wir ein freundliches Häus-chen, in der Regel nur einstöckig, aber trocken undvon Backsteinen gebaut; ein hübscher Garten, schöneBäume und gut unterhaltene Wege bilden die Umgebung.

Ebenso wohnt auch der bessere Fabrikarbeiter inder Stadt, welcher eine Familie hat, in der Regel mitdieser in einem Haus allein, oder er hat doch seineeigene Hausthüre und die Wohnung ist von andern, viel-leicht unter dem nämlichen Dach befindlichen, getrennt.

Das Gebäude hat desswegen nur ein oder höchstenszwei Stockwerke, damit jede Familie ihr eigenes Hausbewohnen könne. Im Innern des Hauses eines bessernFabrikarbeiters angelangt, finden wir ein zierlich möb-lirtes Zimmer, mit kristallhellen weissen Glasfenstern,hübschen weissen, oder türkisch -rothen Vorhängen,eine abgesonderte Schlafkammer mit ordentlichen Bettenund eine ebenfalls abgesonderte Küche mit Hered undvielem Küchengeschirr, daneben ein mit besondererAufmerksamkeit rein gehaltener Abtritt. Die ganze Woh-nung ist sorgfältig unterhalten und alles in baulichemStande. Die Werktagskleidung des Mannes ist abge-tragen, in der Regel voll Kohlenstaub und Schmutzder Maschinen, am Sonntag aber vom feinsten schwar-zen Tuche. Es ist ein Ehrenpunkt für einen solidenenglischen Arbeiter, das ganze Jahr nie ein Wirthshauszu besuchen, dagegen desto besser zu Hause mit derganzen Familie zu leben. Seine Nahrung ist kräftig,gesund und schmackhaft. In ganz England pflanzt undkauft man überhaupt nur von den vorzüglichsten Wai-